Ortsumgehung Wassenberg B221n: Flurbereinigung ist gestartet

Wassenberg/Erkelenz · Verhandlungen mit rund 220 Grundstückseigentümern. Ziel ist, Enteignungen zu vermeiden.

(RP) Der Ausbau der B 221n – Ortsumgehung Wassenberg – ist nun so weit vorangeschritten, dass mit dem Ausbau des ersten Bauvorhabens zum Wirtschaftswegebau im Flurbereinigungsverfahren begonnen werden kann. Das teilt die Bezirksregierung mit. Im September startete die rund 350.000 Euro teure Wegebaumaßnahme zwischen Vossem und der L19/Erkelenzer Straße.

Es werden etwa 3,2 Kilometer Schotterwege ausgebaut und rund 900 Meter Schotter- und Grünwege rekultiviert. Bewirtschaftungseinheiten werden dadurch vergrößert. „Es wird ein neues zeitgemäßes Wirtschaftswegenetz geschaffen, welches den heutigen Anforderungen gerecht wird, um zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe beizutragen“, heißt es in der Mitteilung. Das Konzept wurde von der Bezirksregierung in enger Abstimmung mit dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Wassenberg und deren Vorsitzenden Karl-Leo Gerighausen erarbeitet.

Zur Aufstellung und Vorlage des ersten Entwurfes zum Flurbereinigungsplan in diesem Sommer wurden im Vorfeld zahlreiche Gespräche mit den rund 220 Grundstückseigentümern geführt, in denen diese ihre Wünsche für die neue Flächenzuteilung äußerten. Daraus wurde ein erster Neuordnungsplan erarbeitet. Die neue Flurstückseinteilung wurde bereits im Frühjahr 2018 in die Örtlichkeit übertragen, damit der Besitzübergang auf die neuen Bewirtschaftungsflächen nun zum Herbst/Winter erfolgen kann.

Ziel der 2012 eingeleiteten Unternehmensflurbereinigung mit einer Größe von etwa 310 Hektar ist es, die für den Bau der B221n/Ortsumgehung Wassenberg benötigten Flächen möglichst ohne Flächenenteignungen bereitzustellen und die durch die Straße verursachten Eingriffe in die Eigentums- und Bewirtschaftungsstruktur auszugleichen. Es konnte genügend und geeignetes Tauschland erworben werden, so dass ein Landabzug der beteiligten Grundstückseigentümer vermieden wird. Die durch den Bau der B221n verursachten vorübergehenden Schäden in den bisherigen Bewirtschaftungsflächen konnten vermieden oder zumindest abgemildert werden.

Der zweite Bauabschnitt zum Wirtschaftswegebau ist in Abhängigkeit vom Baufortschritt der B221n für 2019 vorgesehen. Zeitgleich sollen auch die durch den Eingriff in Natur und Landschaft entstandenen Nachteile durch die Herstellung und Bepflanzung entsprechender Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden.