Feuerwehr Wassenberg Fit in Sprechfunk und Absturzsicherung

Wassenberg · Die Herausforderungen, mit denen Feuerwehrleute zu tun bekommen, sind vielfältig. Was die Ausbildung in besonderen Bereichen bedeutet.

 Diese Wassenberger Feuerwehrleute haben sich in Absturzsicherung unter Leitung von Konrad Schlösser (r.) fortgebildet.

Diese Wassenberger Feuerwehrleute haben sich in Absturzsicherung unter Leitung von Konrad Schlösser (r.) fortgebildet.

Foto: Feuerwehr Wassenberg

„Kommunikation – insbesondere unter Verwendung elektronischer Endgeräte – ist aus gegenwärtigen Feuerwehreinsätzen kaum mehr wegzudenken“, sagt Thomas Mandrossa. Er ist der stellvertretende Leiter der Feuerwehr der Stadt Wassenberg. Der Stadtbrandinspektor sagt: „Schon von der Alarmierung und der Kommunikation zwischen Einsatzfahrzeugen und Einsatzleitstelle in Erkelenz, als auch innerhalb der teils weiträumigen Einsatzstellen und auch unmittelbar zwischen den eingesetzten Einsatzkräften: Ohne Sprechfunk-Kommunikation funktioniert Gefahrenabwehr heute nicht.“ Und so ist eine Ausbildung von besonderer Bedeutung.

Alexander Haasen, der Leiter der Informations- und Kommunikationseinheit der Wassenberger Feuerwehr, ist so etwas wie die erste Adresse beim Sprechfunk. Haasen mit seinem Team war mit den Wehrleuten beschäftigt, die sich im Grundlehrgang befinden, in den die Ausbildung zum Sprechfunker implementiert ist.

So wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in dem mehr als 40 Unterrichtsstunden umfassenden Lehrgang unter anderem technische und physikalische Grundlagen des Sprechfunkverkehrs, aber auch der Umgang mit (Land-)Kartensystemen beigebracht sowie Führungskonzepte vorgestellt. Mehrere Stunden im praktischen Umgang mit den Funkgeräten rundeten die Ausbildung ab, bevor sich alle der Lernerfolgskontrolle stellten. Michaela Tellmann, Thomas Gottgehaskamp, Daniel Dregger und Malte Meetz (alle Löschgruppe Myhl), Stefan Dohmen (Birgelen), Michel Schotters (Orsbeck), Lilly Ritz, Tim Weitz, Alexander Schertz, Victoria Laubach, Lennox Matzerath, Daniel Laubach (alle Wassenberg) absolvierten die Prüfungen mit Erfolg. Neben Alexander Haasen bildeten Ann Sophie Honnes, Frank Fetter, Jürgen Sonntag und Marc Röthling die Wehrleute aus. Thomas Mandrossa: „Im November startet der nächste Sprechfunkerlehrgang, um die in diesem Jahr hohe Anzahl an Grundausbildungsteilnehmern vollzählig schulen zu können.“

 Das Ausbilderteam um Alexander Haasen (l.) organisierte wieder einen Sprechfunkerlehrgang.

Das Ausbilderteam um Alexander Haasen (l.) organisierte wieder einen Sprechfunkerlehrgang.

Foto: Feuerwehr Wassenberg

Die Feuerwehr bot auch den Grundlehrgang Absturzsicherung nach den Vorgaben des Instituts der Feuerwehr NRW unter Leitung von Konrad Schlösser an. Immer wieder müssen Wehrleute bei Einsätzen Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen durchführen. „Sei es der erkrankte Kranführer, das lose Bauteil einer Dachkonstruktion, welches auf eine öffentliche Verkehrsfläche zu stürzen droht, die Nachlöscharbeiten an einem beschädigten Dachstuhl, das Etablieren von Abluftöffnungen in Flachdächern bei brennenden Industriekomplexen oder der in einen Schacht gefallene Hund. Die Szenarien sind genauso vielfältig wie der Dienst bei der Feuerwehr“, erklärt Thomas Mandrossa. Da die Szenarien aber auch eine Gefährdung für die Einsatzkräfte mit sich bringen, ist es geboten, seitens des Feuerschutzträgers eine besondere Ausstattung und geschultes Einsatzpersonal vorzuhalten.

In dem 24-stündigen Lehrgang ging es darum, theoretische Grundlagen und spezielle Ausrüstungsgegenstände wie Absturzsicherungsgurte und Kernmanteldynamikseile kennenzulernen und spezielle Knoten zu erlernen, die über das Portfolio der „normalen“ Feuerwehrknoten hinausgehen. Im praktischen Teil des Lehrgangs wurden unter besonderen Sicherungsmaßnahmen verschiedene Einsatzszenarien simuliert, um die Teilnehmer an die Arbeiten (meist in großer Höhe) zu gewöhnen. Unter anderem wurde dazu ein Baukran im Birgelen oder die ausgefahrene Drehleiter bestiegen, allerdings anders als üblich von der Rückseite der Holmführung aus.

Mandrossa: „Auch wenn die eigentliche Rettung von Personen aus Höhen und Tiefen grundsätzlich von speziell ausgebildeten Höhenrettungseinheiten durchgeführt werden muss, sind die Wassenberger Wehrleute nun aber bestens gerüstet, erste, wichtige und lebensrettende Maßnahmen auch in unwägbaren Bereichen einzuleiten oder sonstige Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen durchzuführen.“ Die Teilnehmer: Konrad Meuter (Löschgruppe Birgelen), Felix Woltery (Ophoven), René Hlavsa (Myhl), Maciej Jastrzebski, Alexander Hürtgen, Nico Coenen-Speer, Marcel Nießen, Aron Sodermanns (alle Wassenberg).

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