Straßen mussten gesperrt werden Feuerwehr übt in Wassenberg den Hochwasserschutz

Wassenberg · Manche Autofahrer ignorierten die Straßensperrungen und mussten wenig später schlecht gelaunt wieder umkehren. So verzögerte sich der Start.

Üben für den Ernstfall. Die Feuerwehr probierte ein neu angeschafftes System aus.

Üben für den Ernstfall. Die Feuerwehr probierte ein neu angeschafftes System aus.

Foto: Uwe Heldens

Wie wichtig der Hochwasserschutz im Kreis Heinsberg ist, wurde im Sommer des vergangenen Jahres deutlich. Auch das Erkelenzer Land war von der Flutkatastrophe betroffen, wenn auch glücklicherweise nicht so stark wie andere Regionen. Hier mussten Bewohner aus ihren Häusern evakuiert werden, aber alle blieben wohlauf, niemand wurde verletzt oder gar getötet. Im Nordkreis Heinsberg waren besonders Hückelhoven und Wassenberg von den Wassermassen betroffen.

Daher ist regelmäßiges Üben des Ernstfalls unerlässlich. Die Feuerwehr Wassenberg probte am Freitag mit Kameraden aus Wegberg und Vertretern des THW Hückelhoven den Hochwasserschutz.

Dafür war in den vergangenen Wochen ein „Wall“ angeschafft worden, der im Hochwasserfall die Fluten der Rur aufhalten und mit Flussrichtung Niederlande umleiten soll. Erstmalig wurde dieses System aufgebaut, um im Ernstfall die entsprechenden Kenntnisse zu haben. Der erste Punkt auf der  Liste war die Sperrung des Straßenverkehrs. Durch die Großübung waren viele Einsatzkräfte auf der K34 (Rurtalstrasse) mit der Hochwasserschutzvorrichtung unterwegs, um diese aufzubauen. So wurde an der Rurbrücke bei Heinsberg Kempen in Richtung Ophoven, in Ophoven in Richtung Kempen und in Wassenberg Forst in Fahrtrichtung Ophoven der Verkehr umgeleitet. Zumindest in der Theorie, denn der Start der Übung verzögerte sich. Uneinsichtige Autofahrer ignorierten die Straßensperre und umfuhren sie – und mussten wenig später umdrehen.

Die Hochwasserschutzvorrichtung wurde mit vereinten Kräften – und vor allem sehr zügig – aufgebaut und erstreckte sich schlussendlich über mehrere Hundert Meter. Um die Effektivität der Vorrichtung zu testen, wurden hieraus ein „Becken“ errichtet und mit Wasser gefüllt. Die Kunststoffelemente hielten dem Wasserdruck stand. Als anschließend alles wieder zurückgebaut worden war, konnten auch die Straßensperrungen aufgehoben werden und der Verkehr verlief wieder regulär.

(mwi)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort