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Wassenberg: "Faust" mit Puppen schülerfreundlich inszeniert

Wassenberg : "Faust" mit Puppen schülerfreundlich inszeniert

Ralf Kiekhöfer vom Töfte-Puppentheater zeigt eine moderne Version des Faust in der Betty-Reis-Gesamtschule.

Die Gesamtschule Wassenberg arbeitet seit 15 Jahren mit dem Töfte-Theater zusammen. Bisher hatte der professionelle Puppenspieler Ralf Kiekhöfer dort das Stück "Engel mit nur einem Flügel" für die sechsten Klassen präsentiert, nun wagte er sich an Goethes "Faust" - das wohl bekannteste deutsche Theaterstück. Die Faust-Inszenierung zeigte er in der Betty-Reis-Gesamtschule vor Schülern der Oberstufe. Denn "Faust" gehört nicht nur zum Pflichtprogramm für Abiturienten, sondern hat für Kiekhöfer gerade jetzt eine besondere Aktualität. "Wir befinden uns wieder in einer faustischen Zeit. Es ist schwieriger, Richtig von Falsch zu unterscheiden und sich in dem ganzen Durcheinander von Fake-News & Co. zurechtzufinden", sagt der Puppenspieler. Zusammengefasst geht es im Stück darum, dass Wissenschaft und Realität nicht mehr vereinbar sind. Deshalb schließt Faust mit dem Teufel einen Pakt. Dieser gibt ihm zwar Jugend, Spaß und die Gelegenheit, das hübsche Gretchen für sich zu gewinnen, aber er verhindert zugleich, dass sie zusammensein können. Oder um es mit den Worten Kiekhöfers auszudrücken: "Ein Mann und eine Frau verlieben sich, der Mann vergisst die Frau."

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Der Puppenspieler hat in diesem Stück die Macht über 21 Figuren, die durch Puppen unterschiedlicher Größe verkörpert werden. Das können einfach nur Köpfe, komplette Puppen oder auch Fingerpuppen sein. Aber wie schafft er es, sein Publikum mit ein paar Puppen zu begeistern? Er steht hinter der Puppe, bewegt ihren Mund mit der Hand synchron mit seinem Text. Man kann ihn sehen. Aber trotzdem hat man nach zehn Minuten dass Gefühl, als würde die Puppe sprechen und nicht er. Das liegt unter anderem daran, dass er je nach Figur seine Stimme verstellt und die Kopfbewegungen der Figur die Emotionen in seiner Stimme widerspiegeln. Außerdem nutzt er verschiedene Effekte. Durch den Wechsel zwischen aktuellen Songs und von Wassenberger Chören eingespielten Liedern wird eine Verbindung zwischen dem originalen Stück und der modernen Gegenwart geschaffen. Modern sind auch Nebel- und Lichteffekte sowie Requisiten wie Nagellack. Durch Hintergrundmusik wird die richtige Atmosphäre geschaffen. Tragödienstopper (komische Szenen zwischen der dramatischen Handlung) und Interaktion mit dem Publikum lockern die Tragödie zusätzlich auf.

In der Feedbackrunde lobten die Schüler besonders, dass nur die wichtigen Aspekte des Stücks verarbeitet wurden, außerdem gefiel ihnen die moderne Umsetzung. Es gab aber auch konstruktive Kritik: Teilweise fehlten Aspekte, manche Dinge, wie etwa die Diashow bekannter Faustinszenierungen, verstanden die Schüler zunächst nicht. Insgesamt waren sie aber begeistert von der Vorführung.

(RP)