Wassenberg 2017: Ein Jahr der Einschnitte

Wassenberg 2017: Ein Jahr der Einschnitte

In Wassenberg wurden 2017 etliche Weichen umgestellt: Der Schlemmer-Markt ging in Regie der Stadt über, der Kulturförderverein löste sich auf und die Graf-Gerhard-Straße wurde umgebaut.

Die Belebung der Innenstadt und die Schärfung des Wassenberger Profils im Tourismus gehörten auch im zu Ende gehenden Jahr 2017 wieder zu den bestimmenden Themen. Kurz vor Weihnachten wurde die umgebaute Graf-Gerhard-Straße, wenngleich noch der letzte Schliff fehlt, wieder nach rund halbjährlicher Sperrung für den Verkehr geöffnet: nun als neue Einbahnstraße, die Geschäften und Außengastronomie mehr Spielraum zur Entfaltung geben soll.

Im April feierte die Stadt die Vollendung der barrierefreien Erschließung des Bergfrieds mit Inbetriebnahme des Außenlifts vom Hotelvorplatz zum Plateau, die Inbetriebnahme des Aufzugs im Inneren war bereits vorausgegangen. Damit kann der Bergfried künftig vermehrt für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden, ein erstes Kammerkonzert fand dort im September statt. Mit der Eröffnung des Naturpark-Tores, Besucherzentrum des Naturparks Schwalm-Nette, verbunden mit der neuen Tourist-Information der Stadt in der Begegnungsstätte am Pontorsonplatz freut sich die Stadt über einen weiteren Baustein im Rahmen ihres Tourismuskonzeptes.

Hermann-J. Kitschen: Abschied als Vorsitzender des Quartettvereins und des Kulturfördervereins. Foto: JL (Archiv)

Einen Einschnitt markierte die Übernahme der Organisation des Schlemmer-Marktes Rhein-Maas durch die Stadt vom Gastronomen-Ehepaar Brender, das zu Beginn des Jahres seinen Ausstieg verkündet hatte. Die Besucher des Events aber spürten davon kaum etwas, wenngleich die Stadt nach interner Manöverkritik gemeinsam mit den beteiligten Gastronomen fürs nächste Jahr Änderungen vornehmen wird in Sachen Positionierung von Teilnehmern und Bestuhlung. Enten-Preisträger Mario Kotaska kam durch seine unprätentiöse Art an.

Trauer um Heinrich Spiegel. Der erste Leiter der Betty-Reis-Gesamtschule starb am 4. Juni. Foto: Laaser (Archiv)
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Einen Einschnitt muss die Stadt auch durch die Auflösung des Kulturfördervereins zum Jahresende überbrücken. Mit dem Rückzug des Mitinitiators und unermüdlichen Organisators Hermann-Josef Kitschen wird die Stadt nun ihre Kulturveranstaltungen in eine andere Organisationsstruktur überführen: In der Diskussion ist eine gemeinnützige GmbH. Kitschen wurde zudem beim großen Weihnachtskonzert nach 30-jährigem Einsatz auch als Chorleiter des Quartettvereins Myhl verabschiedet.

48 Jahre bei der Stadt: Stadt-Verwaltungsrat Manfred Sieg wurde im Rathaus verabschiedet. Foto: Laaser (Archiv)

Bauprojekt des Jahres ist der Anbau ans Feuerwehrgerätehaus in Wassenberg, mit dessen Eröffnung Ende September zugleich die erste Drehleiter für die Wassenberger Feuerwehr in Dienst gestellt wurde.

Foto: Hahn (Archiv)

Aufreger des Jahres war die kontroverse Diskussion über die Einrichtung der Konzentrationsfläche für Windräder im Wald bei Birgelen, begleitet von Protesten der Bürgerinitiative "Rettet den Birgeler Urwald". Eine Mehrheit im Rat jedoch stimmte für das Projekt, um damit den Bau von übers gesamte Stadtgebiet verstreuten Windrädern zu verhindern.

Kontroverse Diskussionen im Stadtrat und etlichen Aktion der Bürgerinitiative "Retter den Birgeler Urwald" gab es zu den Windradplänen im Wald. Foto: Heckers

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(RP)