Christa Walters und Gert Jäger stellen gemeinsam im Bergfried aus. Titel: „Die Füße am Boden und die Gedanken in der Luft“.

Schau im Bergfried : Zusammenspiel künstlerischer Kontraste

Christa Walters und Gert Jäger stellen gemeinsam im Wassenberger Bergfried aus. Der Titel ihrer Schau lautet: „Die Füße am Boden und die Gedanken in der Luft“. Gegensätzliche Materialien werden in einen Dialog gebracht.

Eine filigrane Papierarbeit ist die „Installation Flügelschlag“, die in einer Ecke des Gemäuers des Wassenberger Bergfrieds aufgehängt ist. Gleich daneben finden sich kleine Skulpturen aus vergleichsweise viel schwereren Materialien. „Wie passt das zusammen?“, wird sich manch ein Besucher im Vorfeld der Ausstellung gefragt haben. Wie die verschiedenen Materialien in Dialog miteinander treten können, zeigen die beiden Künstler Christa Walters und Gert Jäger.

Ihre Gemeinschaftsausstellung im Bergfried läuft unter dem Motto „Die Füße am Boden und die Gedanken in der Luft“. Ebenfalls ein vermeintlich widersprüchlicher Titel, der aber die schweren Stahlskulpturen von Bildhauer Gert Jäger mit den leichten Papier- und Leinwandarbeiten von Künstlerin Christa Walters zusammenbringt. Doch genau das mache den Reiz aus, gemeinsam auszustellen, sind sich die beiden einig.

„Als wir den Bergfried vor einigen Jahren saniert haben, stand für uns von Anfang an fest, dass wir die Flächen im Rahmen des städtischen Entwicklungskonzepts für Projekte der Kunst und Kultur, beispielsweise für Ausstellungen, nutzen wollen“, erklärte Manfred Winkens, Bürgermeister der Stadt Wassenberg, bei der Eröffnung.

„Vor zwei Jahren war ich das erste Mal hier und ich war begeistert. Ich wusste, hier möchte ich ausstellen“, erzählt Walters. So entstand die Idee für die gemeinsame Ausstellung, an deren Planung die beiden ein Jahr lang gearbeitet haben. Es war eine sehr spannende Zeit für beide. „Dialog“ lautet das Oberthema der Ausstellung. „Wir haben uns überlegt, wie man mit dem Raum und miteinander in Dialog treten könnte“, erläutert Walters. „Wir hatten sehr viele Ideen, manches haben wir auch wieder verworfen, unsere Gedanken aneinander angepasst.“ Letzte Woche Montag haben die beiden dann endlich die Werke aufgehängt und voller Stolz das fertige Arrangement betrachten können. „Ich beschäftige mich im Moment sehr viel mit Papier und mit Schreiben“, so Walters. So seien dem Thema entsprechend Collagen oder Bücher entstanden, wie das „Buch vom Begreifen“.

Anders als ihre Werke, haben die Arbeiten von Gert Jäger keinen festen Titel. „Meine Skulpturen sind alle mit dem Titel ‚Gedankengang‘ bezeichnet“, erklärt Jäger. Ohne einen konkreten Titel, habe der Betrachter alle Möglichkeiten, das Werk zu interpretieren. „Der Gedankengang, den der Betrachter hat, muss nicht derselbe sein, wie der des Künstlers“, forderte er die Besucher auf, sich von den ausgestellten Arbeiten inspirieren zu lassen und persönlich Gedankengänge zu entwickeln.

Das nutzten die Besucher, die zur Ausstellungseröffnung gekommen waren. Auf insgesamt drei Etagen sind die Werke ausgestellt, an denen die beiden Künstler mit viel Herzblut und Liebe zum Detail gearbeitet haben. Oben angelangt, versteht man das Zusammenspiel der verschiedenen Formen, Farben, Materialien und Techniken. Passend zum Motto konnten die Gäste von der Aussichtsterrasse aus den Blick über die Stadt und das Rurtal schweifen lassen – buchstäblich „mit den Gedanken in der Luft“.

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