Bischof Dieser predigt am Pützchen

Traditionelle Maiandacht : Bischof Dieser predigt am Pützchen

Die traditionelle Andacht am ersten Sonntag im Mai erhielt hohen Besuch. Ein wichtiges Anliegen des Gastes, Bischof Helmut Dieser aus Aachen, war es, zu den Menschen zu gehen und sie zu verstehen.

Mit dem Pützchenssonntag, der seit 1928 am ersten Sonntag im Mai an der Wallfahrtsstätte Birgelener Pützchen zelebriert wird, hatte Bischof Helmut Dieser einen Ort und eine Andacht mit langjähriger Geschichte für seinen ersten Besuch in Wassenberg ausgewählt. Sind mit dem synodalen Prozess „Heute bei dir“, den er Anfang des Jahres 2018 startete, auch viele neue Wege wie die Zusammenkünfte „meet and eat“ beschritten worden, gehöre die Wertschätzung bestehender Traditionen ebenso dazu, sagte der Bischof im Anschluss an die Feierlichkeit. Die Veranstaltung sei ganz klassisch und es sei schön, dass es sie gibt.

„So eine Tradition ist liebenswürdig und sie ist so vital“, sagte der Würdenträger, der am 12. November 2016 im Aachener Dom in sein Amt eingeführt worden war. Und sie könne einen Zugang zum Geheimnis Gottes eröffnen. Ihm geht es darum, dass der Glauben aktuell ist. Auch beim Besuch in Wassenberg gehe es darum, hinaus zu anderen Menschen zu gehen, Impulse zu geben, zuzuhören und sie zu verstehen. „Zu hören, was das Leben mit einem macht.“ Zur traditionellen Andacht hatten sich viele Menschen auf den Weg durch den Wald zur Wallfahrtsstätte mit Kapelle, eingefasstem Brunnen – Pützchen bedeutet Brunnen – und Altar mit Gnadenbild gemacht.

Rund um das Podest, auf dem der Bischof, Propst Thomas Wieners und Pfarrer George Panna Platz nahmen, saßen die Gläubigen unter Bäumen auf Stühlen oder standen. Zudem gestaltete die Schützenbruderschaft die Feier mit und der Musikverein Eintracht Birgelen begleitete sie musikalisch. Das Vorbereitungsteam war im Vorfeld aktiv gewesen und GdG-Vorsitzende Gitta Heckers wandte sich mit Dankesworten an die Anwesenden. Überspannendes Thema war „Maria, Mutter der Kirche“ und Thomas Wieners hieß alle Besucher herzlich willkommen.

Es seien immer ganz viele, die kommen, um den Pützchenssonntag zu feiern, führte er aus – diesmal seien es aufgrund des Besuchs des Bischofs ein paar mehr. Dieser wolle mit ihnen den Glauben teilen und sie im Glauben stärken. Bischof Dieser rückte im Anschluss die „Maria, Mutter der Kirche“ in den Mittelpunkt. In seiner Predigt nahm er zunächst Bezug auf den Pilgerort Birgelener Pützchen. So nahm er Bezug auf die Legende, nach der ein adliger Herr nahe des Pützchens bei der Jagd von einem wilden Tier angefallen und schwer verwundet wurde. Dessen Begleiter wollte ihm helfen, lief durch den Wald, schickte Stoßgebete zum Himmel und rief Maria um Hilfe an.

Wenig später fand er reines Quellwasser, mit dem er dem Verletzten helfen konnte. Maria helfe den Menschen besonders in Zeiten der Bedrängnis, merkte der Bischof unter anderem an. Christen verschiedener Konfessionen sowie Angehörige anderer Religionen kommen zum Birgelener Pützchen, sagte er. Und damit zur Muttergottes. „Diese Frau als Mittelpunkt der ganzen Schöpfung ist wunderschön und rein.“ Dabei stellten die sieben symbolischen Schwerter die Stationen Jesu Leids dar, die sie geteilt hatte. Zudem ging er auf aktuelle Herausforderungen für die Kirche ein. Bischof Dieser habe die Glaubenssituation deutlich gemacht, wandte sich Propst Wieners danach an diesen, und mit seiner Predigt habe er persönlich Mut gemacht.

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