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Bilder von Leo Küppers füllen Galerie in seinem Geburtshaus in Wassenberg

Bekannter Maler aus Wassenberg : Küppers-Bilder füllen nun die ganze Galerie

In den drei Jahren seit seiner Eröffnung hat sich das Leo-Küppers-Haus einen Namen bei Kunstfreunden und Sammlern gemacht. Kurator Walter Kurzweg konnte durch Kontakte in ganz Deutschland die Sammlung ausbauen.

Bei der Eröffnung im Februar 2017 zählte die Galerie im Leo-Küppers-Haus gerade mal zwölf Arbeiten des aus Wassenberg stammenden Künstlers (1880 – 1946), der der Düsseldorfer Malerschule zugerechnet wird. Heute, drei Jahre später, sind es bereits 34 Werke, die eng gereiht in der so genannten Petersburger Hängung in Küppers’ Geburtshaus an der Roermonder Straße zu sehen sind.

Nicht zuletzt dem Engagement und Forschergeist des Mitinitiators und Kurators Walter Kurzweg ist es zu verdanken, dass immer mehr Kunstfreunde auf die spezielle Wassenberger Galerie aufmerksam werden, Kurzwegs Expertise erbitten oder ihn auf bislang unbekannte Küppers-Werke in Privatbesitz hinweisen. Auch durch die Internetseite des Wassenberger Heimatvereins und Berichte unter anderem in der Rheinischen Post seien viele Kontakte zustande gekommen, sagt der pensionierte Lehrer Kurzweg, selbst leidenschaftlicher Kunstsammler. Mit ideeller und finanzieller Unterstützung des Heimatvereins und der Stadt ist es gelungen, die Sammlung auszuweiten.

Von Burgenhausen in Ostbayern bis Emden an der Nordsee knüpfte Kurzweg in letzter Zeit Kontakte, um Küppers-Werke nach Wassenberg zu holen. Die jüngsten Erwerbungen sind gerade mal rund drei Wochen alt: eine Kneipenszene mit zwei Zechern, eine Original-Malerpalette des Künstlers und das großformatige Ölgemälde mit Düsseldorfer Rheinschiffern beim Würfelspiel, das sich in Emdener Privatbesitz befand. Darüber, wie solche Kontakte zustande kommen und welch neue Erkenntnisse über den Hintergrund mancher Bilder sich dadurch oft ergeben, kann Kurzweg hochinteressante Geschichten erzählen.

Auf das im vergangenen Jahr in Augsburg angebotene Gemälde „Schachspiel“ etwa war Küppers durch den Anruf einer Aachener Kunstsammlerin hingewiesen worden. Nach Bayern war das Bild, das immer in Familienbesitz geblieben ist, nach dem Tod von Leo Küppers‘ aus Köln stammender Ehefrau Klara durch eine ihrer Schwestern gekommen. Dass das Bild nie verkauft worden war, ist selten für Küppers Werke, der von Auftragsarbeiten für gut situierte Bürgerfamilien im gesamten Rheinland bestens lebte. Kurzweg fand den Grund für diese Besonderheit heraus. Bei der hervorgehobenen Spielerin im Vordergrund des Bildes handelt es sich um die Klara Haas, „offenbar eine Lieblingsnichte des kinderlosen Ehepaares Küppers, deren Patin Klara Küppers war“, erläutert Kurzweg. Auch eine zweite Verwandte ist auf dem Bild mit porträtiert. Und die auf dem Gemälde zu sehende Tischdecke liegt jetzt im Küppers-Haus vor dem Bild.

„Ich bekomme vermehrt Anrufe, die nach der Echtheit von Küppers-Bildern fragen“, erzählt Kurzweg. Die großformatige Dauerleihgabe „Der Maler im Louvre“ im Küppers-Haus, so stellte sich durch solche Kontakte heraus, ist nur eine von mindestens drei Versionen, die alle dieselben berühmten Antiken-Plastiken als Hintergrund haben. Während sich der Maler beim Bild im Küppers-Haus selbst im Louvre in Szene setzt, sind in den beiden anderen (als Kopie bzw. von Küppers signiertes Westermann-Zeitschriftenblatt in der Galerie ausgestellten) Bildern Damen der „besseren“ Gesellschaft die Museumsbesucherinnen, typische Auftragsarbeiten, wie Kurzweg erläutert. Und er hat herausgefunden, dass die antike Staffage wohl nur Kopien waren, vor denen Küppers als „Eleve“, also Student der Kunstakademie Düsseldorf, ab 1908 arbeitete, noch bevor er selbst das erste Mal 1914 den Pariser Louvre besuchte. „Das Bild muss also zwischen 1908 und 1914 entstanden sein“ konstatiert Kurzweg.

Der 76-jährige Kunstfreund, der auch eigene Küppers-Bilder als Dauerleihgaben der Galerie zur Verfügung gestellt hat, war seinerzeit bei einer Kunstauktion eher durch Zufall auf Küppers-Bilder gestoßen. Dass Leo Küppers als Sohn eines Schusters in Wassenberg aufgewachsen war, erfuhr Kurzweg erst später. An Küppers‘ Werken imponiert ihm unter anderem „der kleine verborgene Witz, die typische rheinische Verschmitztheit so mancher Figuren“, aber auch deren undramatische, aber treffende Charakteristik.

Die Galerie hat in den aktuellen Räumen im Küppers-Geburtshaus an der Roermonder Straße 5, die sie sich mit der „Bücherkiste“ teilt, mittlerweile kaum Expansionsmöglichkeiten mehr. Da stellt sich die Frage nach der Zukunft. Kurzweg, der sich mittelfristig aus Altersgründen aus vorderster Front zurückziehen will, möchte die weitere Pflege des Küppers-Erbe bald gemeinsam mit seinen Mitstreitern vom Wassenberger Heimatverein zum Thema machen. Und dabei auch die Stadt mit ins Boot holen.