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15 Welpen aus einem Wurf in Wassenberg: Das ist aus den kleinen Hunden geworden

Das ist aus den 15 Wassenberger Welpen geworden : Holly entdeckt die Welt

Das rund zehn Wochen alte Hundemädchen stammt aus dem Wurf, der in Effeld 15 Welpen hervorbrachte. Diese tierische Sensation hatte nicht nur Staunen, sondern auch einen kleinen Shitstorm ausgelöst. Die Tiere sind wohlauf und allesamt vermittelt.

Es ist nur eine Strickjacke, die die elfjährige Anna aus ihrem Zimmer holt. Aber dafür verlässt sie eben kurz den Raum. Und das gefällt Holly eigentlich gar nicht so gut – sie vermisst Anna schon. Die Szenerie wirkt, als würden sich das Mädchen und Holly, eine rund zehn Wochen junge Mischlingshündin, schon ewig kennen. Schon jetzt sind beide ein eingespieltes Team.

Holly gehört zu den Kostenpflichtiger Inhalt 15 Welpen, die im Sommer in Effeld geboren wurden. Familie Nierhaus – eine tiermedizinische Sensation, von der Mutter Ellen, Vater Markus und Tochter Anna aus der Rheinischen Post erfahren hatten. „Wir waren wieder bereit für einen Hund“, sagt Ellen Nierhaus. Die tier- und besonders hundeerfahrene Familie war jetzt rund drei Jahre ohne tierisches Familienmitglied. Damals starb der Hund der Familie. „Wir haben die Zeit auch gebraucht“, sagt Ellen Nierhaus. Sie erzählt weiter: „Uns war zudem allen klar, dass ein neuer Hund uns findet und wir nicht den Hund.“

Vom ersten Kontakt zu Denise Wand, der Halterin von Hündin Iwi, einem Mischling aus Golden Retriever und Labrador, die bei ihrem ersten Wurf sage und schreibe 15 Welpen zur Welt brachte, war Familie Nierhaus angetan. „Dass sie die Kleinen mit viel Hingabe, Aufwand und Verstand versorgt hat, war für uns auf den ersten Blick erkennbar. Danach waren wir drei- bis viermal in der Woche bei ihr in Effeld“, erzählt Ellen Nierhaus weiter. Das kleine Hundemädchen, dessen Papa ein reinrassiger Riesenschnauzer ist, knüpfte den Kontakt – besonders in Richtung der elf Jahre alten Anna, die ein Leben mit Tieren von kleinauf gewohnt ist. Der kleine Welpe bekam den Namen Holly.

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Obwohl Hollys Auszug nach Effeld in Richtung eines alten und weitläufigen Bauernhofs in Grambusch eine Familie glücklich macht: Der Abschied von Denise Wand und Hundemama Iwi fiel enorm schwer. Holly zog ausgestattet mit Futter, Wiegeprotokoll, Heimtierausweis, geimpft und gechippt aus Effeld weg. Doch rührend war diese Geste von Denise Wand: Jedem Hundekind (alle Welpen sind mittlerweile gut vermittelt) gab sie eine Decke mit, die nach Mama Iwi riecht. Für Familie Nierhaus war das ein sehr emotionaler Moment. „Wir hatten immer, wenn wir in Effeld waren, den Eindruck, dass es auf dem Hof viel Herzblut gibt“, sagen Markus und Ellen Nierhaus übereinstimmend.

Das bescheinigt auch Klaus Renner, Tierarzt mit eigener Praxis in Wassenberg. Auch er bekam den kleinen Shitstorm mit, der über Denise Wand nach Veröffentlichung der Nachricht einbrach. Der  Tiermediziner stellt klar: „Die Hündin war mit ihren rund 17 Monaten nicht zu jung für eine Schwangerschaft, medizinisch ist das kein Problem, wenn man berücksichtigt, dass eine Hündin schon bei erster Läufigkeit im Alter von etwa sieben, acht Monaten schwanger werden kann. Das Wachstum ist mit zwölf Monaten beendet.“ Renner zollt Denise Wand Respekt, „denn alles über zehn Welpen ist viel, da hat sie eine Menge Stress gehabt. Bei meinen Besuchen vor Ort habe ich eine gewissenhafte Aufzucht der Welpen gesehen.“ Alle 15 Welpen haben überlebt, was aus Renners Sicht so selbstverständlich nicht ist.

Zurück zu Holly: Die kleine quirlige Hündin entdeckt Tag für Tag die Welt ein Stück mehr. „Ja, die Welt wird täglich größer“, lacht Ellen Nierhaus, für die ein Leben ohne Hund unvorstellbar ist. Sie und ihre Familie haben das ganze Zuhause welpensicher gemacht. Was Hollys weiteres Aufwachsen betrifft, so gelten klare Regeln. „Man muss schon konsequent sein. Eine Linie zu haben, ist entscheidend“, erklärt Markus Nierhaus aus langer Erfahrung. „Das ist ja so wie mit einem Baby: Es muss seinen Rhythmus erlernen.“

Holly sucht viel Nähe, auch die von Sam, dem achtjährigen Labrador-Mix der Eltern von Ellen Nierhaus, der auch auf dem großen Bauernhof lebt. Geduldig geht er mit Holly um, spielt mit ihr auf dem Hof, auf dem auch vier Pferde und ein Shetty gehören. Die Umgebung ist exakt das, was sich Denise Wand für ihre Welpen gewünscht hat: „So etwas wie ein Bauernhof, das wäre toll“, hatte sie damals gesagt.

Und dann wirft Ellen Nierhaus den Begriff „Schnaugola“ in den Raum: „Holly ist unsere kleine Schnaugola: eine Mischung aus Schnauzer, Golden Retriever und Labrador.“