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Zwist um CDU-Landtagskandidatur im Kreis Viersen

CDU Kreis Viersen : Zwist um Landtagskandidatur

Die Dülkener Ortsbürgermeisterin Simone Gartz will für die CDU für den Landtag kandidieren. Unterstützung erhält sie von der Frauen-Union im Kreis Viersen. Es gehe darum, die „Herrenkultur“ in der CDU zu durchbrechen. Im Ostkreis wird das sehr kritisch gesehen.

Die langjährige Dülkener Ratsfrau Simone Gartz will bei der Landtagswahl im kommenden Jahr als Direktkandidatin für die CDU antreten. Das teilte die Rechtsanwältin am Mittwoch mit. „Ich engagiere mich seit zwölf Jahren in der Kommunalpolitik, habe die Erfahrung von 14 Jahren Arbeit als Juristin und fühle mich bereit, die Menschen aus dem Kreis Viersen im Landtag zu vertreten“, sagte Gartz. Der Vorstand der Frauen-Union im Kreis Viersen unterstützt ihre Kandidatur.

Am Vortag hatte sich der Vorstand der knapp 800 Mitglieder zählenden Frauen-Union einstimmig für die 48-Jährige als Kandidatin ausgesprochen. „Es geht auch darum, die Herrenkultur in der CDU zu durchbrechen“, sagte deren Vorsitzende Sonja Fucken-Kurzawa. Im mitgliederstärksten CDU-Stadtverband im Kreis Viersen, Willich, wird die Kandidatur von Gartz als Affront gewertet. Denn nachdem mit Martin Plum ein Viersener als CDU-Kandidat für die Bundestagswahl gewählt wurde, wäre nach Parteiarithmetik ein Kandidat aus dem Ostkreis bei der Landtagswahl dran. Der Willicher Guido Görtz, stellvertretender Bürgermeister von Willich, hat seinen Hut bereits in den Ring geworfen und wird unter anderem vom bisherigen CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer und dem Willicher Bürgermeister Christian Pakusch (CDU) unterstützt.

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„Es kann nicht sein, dass alle Posten aus dem Westkreis besetzt werden“, sagt auch der Willicher CDU-Fraktionsvorsitzende Paul Schrömbges. Der Landrat: aus Viersen. Der Kreis-Parteivorsitzende: aus Nettetal. Der CDU-Kandidat für den Bundestag: aus Viersen.

Schrömbges erklärte, er erwarte beim Parteitag die Solidarität der CDU-Mitglieder für den Willicher Kandidaten. Bei der Landtagswahl brauche keine „Herrenkultur“ durchbrochen zu werden, so Schrömbges. Schließlich gebe es mit Britta Oellers bereits eine Frau in einem wichtigen Amt. Die Krefelderin Oellers hat den Wahlkreis Krefeld I und Viersen III, zu dem die Stadt Tönisvorst gehört. Allerdings hatte die Willicher Union noch vor knapp einem Jahr, als es darum ging, einen Bundestagskandidaten zu finden, vehement gefordert, nach einer Frau als Kandidatin Ausschau zu halten, damit die „Herrenkultur“ ein Ende habe.

Das Direktmandat im Landtagswahlkreis Viersen I ist seit der Wahl von Stefan Berger in das Europäische Parlament 2019 vakant. Die CDU im Kreis Viersen nominiert ihren Kandidaten bei einem Kreisparteitag am 4. September in der Eissporthalle in Grefrath. Schon seit Bergers Wechsel ins Europäische Parlament habe sie darüber nachgedacht, sich als Kandidatin zu bewerben, sagte Gartz. Ordnung und Sicherheit, die Mobilitätswende, der Erhalt der Innenstädte, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Das sind Themen, die sie angehen möchte, „da müssen Lösungen her“.

Für die Frauen-Union ist Gartz eine Kandidatin, „die die CDU sicherlich nach vorne bringen würde“, sagte Fucken-Kurzawa: „Da passt einfach das Gesamtpaket, das sie mitbringt.“