Zwei Traditionsvereine fusionieren

Fusion geplant: Dülkens und Viersens Fußballer verloben sich

Die Verantwortlichen verständigten sich auf einen Kooperationsvertrag, an dessen Ende eine Fusion der Traditionsvereine stehen könnte. Die nächste Saisoneröffnung soll bereits gemeinsam gefeiert werden

Die Fußballer des Dülkener FC und des 1. FC Viersen wollen sich miteinander zukunftsfähig aufstellen. „Wir haben zu einer Verlobung gefunden“, sagte Bernd Caspers, der Vorsitzende des Dülkner FC bei einem Gespräch im Viersener Stadthaus. Caspers und Michael Berghausen, der Vorsitzende des 1. FC Viersen, erläuterten gemeinsam mit Stefan Sieger, Christoph Grundmann, Thomas Somke und Olaf Gründer, den Mitgliedern des so genannten Steuerungsboards der Kooperation, ihre Pläne. Bei Paul Schrömbges, Ursula Heyer und Hans Jörg Mommert, den Vertretern der Stadt, sowie Klaus-Dieter Grefkes vom Stadtsportbund stießen sie damit auf offene Ohren. Ab sofort wollen die Vereine auf vielfältige Weise zusammenarbeiten. Dazu werden sie in den kommenden Wochen als ersten Schritt einen Kooperationsvertrag unterzeichnen. Das Fernziel ist eine Fusion.

Viele Jahre einte die Fußballer benachbarter Vereine ihre tief verwurzelte Rivalität im Kampf gegeneinander. Heutzutage hat das Miteinander Hochjunktur. Alleine in diesem Jahr vereinbarten TuRA Brüggen und TSF Bracht eine Jugendspielgemeinschaft, Blau-Weiß Niederkrüchten und Schwarz-Weiß Elmpt fusionierten zum SC Niederkrüchten, außerdem richten die VSF Amern, Fortuna Dilkrath und der SC Waldniel erstmals gemeinsam den am Sonntag beginnenden Grenzland-Cup aus. Nun also kooperieren auch die Viersener Traditionsvereine Dülkener FC und 1. FC Viersen. Zu früheren Zeiten von Klaus-Dieter Grefkes als DFC-Vorsitzendem war das, wie er sich erinnerte, noch nicht möglich. „Wir haben es früher schon versucht“, sagte der Stadtsportverbandschef und DFC-Ehrenvorsitzende. Er gab den Vereinen mit auf den Weg, auf jeden Fall die Mitglieder mitzunehmen. Schrömbges äußerte gleich den Wunsch, den Mädchen- und Frauen-Fußball in Viersen zu steigern. „Das ist wertvoll für einen Verein. Das weiß ich aus eigener Erfahrung“, meinte der Beigeordnete, der auch Vorsitzender des TSV Kaldenkirchen ist.

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Im Winter hatten beide Vereine Gespräche aufgenommen. „Der Fußball in Viersen wird in der jetzigen Konstellation so in zehn Jahren nicht mehr existieren“, betonte Berghausen und verwies darauf, dass zu einen der Nachwuchs fehlt und zu anderen die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren. Es sei nötig, vor allem im Jugendbereich zusammenzuarbeiten und sich nicht gegenseitig Spieler abzugreifen. Von daher liegt es auf der Hand, dass als erste gemeinsame Mannschaft der Kooperation zur neuen Saison eine B-Jugend unter dem Namen 1. DFCV im Kreis Kempen-Krefeld an den Start geht. Eventuell kommt noch eine C-Jugend hinzu. So die Kooperation Früchte trägt, soll sie in den Folgejahren möglichst ausgebaut werden. Mittelfristig könnte dann in drei bis fünf Jahren über eine Fusion entschieden werden.

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