Schwalmtal: Zeichen für den Sieg des Lebens

Schwalmtal: Zeichen für den Sieg des Lebens

Osterwort von Pfarrer Thorsten Aymanns aus Waldniel

"Lumen Christi – Christus, das Licht!" Mit diesem Ruf wird in der katholischen Liturgie der Osternacht die Osterkerze in die dunkle Kirche getragen. Niemand kann sich der Faszination des Geschehens entziehen, wenn die kleine Flamme an die Gläubigen weitergegeben wird und die ganze Kirche in ein helles, warmes Licht taucht.

Das Licht der Auferstehung Christi in dieser Nacht will aber weiter scheinen – hinein in das Jahr 2010. So begleitet die Osterkerze alle, die ihr Leben im Licht Jesu Christi leben wollen: mit der Taufkerze, der Kerze zur Erstkommunion und der Brautkerze, die an der Osterkerze entzündet wird. Immer wieder werden wir so an Jesus Christus erinnert, der von sich selber sagt: "Ich bin das Licht der Welt." Das Osterlicht ist das Licht des Lebens gegen alle Dunkelheiten des Todes, des Leidens und der Trauer.

Die Menschen waren sich stets bewusst, welche Bedeutung das Licht für Wachstum und Leben hat. Im Buch Genesis ist es Gottes erstes Schöpfungswerk, das alles andere erst ermöglicht. Das Licht ist es auch, das mit der Helle des Tages und der Dunkelheit der Nacht der biblischen Schöpfung zeitliche Struktur gibt, noch bevor jegliche räumliche Ordnung von der Erde Besitz ergreift. Ägypter, Griechen, Römer und Germanen, die Kulturen Asiens und des vorkolonialen Amerika – keine Kultur, die nicht das Licht als Prinzip des Lebens und seinen Rhythmus als göttliche Kraft verehrt.

Das Böse im Dunkeln

Dort aber, wo das Licht fehlt, da herrschen Chaos, Angst und Sorge. Die Dunkelheit ist es, in der wir in unseren Gefühlen das Böse erwarten. Die griechische Philosophie bedient sich des Gegensatzes von Licht und Dunkel, um Gut und Böse, weltlich und göttlich, Unwissenheit und Erkenntnis gegenüberzustellen. In der nachösterlichen Verkündigung fließen die alttestamentlichen Lichterfahrungen mit den Lichtbildern der klassischen Antike zusammen. So lernen die Menschen im Bild des Lichts zu verstehen, was die Botschaft Jesu für sie bedeuten soll: In ihm ist Gott selbst in dieser Welt erschienen, er selbst ist das Leben, das den Tod überwindet. Er ist die Wahrheit und die Erkenntnis, die das Dunkel der Unwissenheit überstrahlt.

In Christus und seiner Auferstehung erfüllt sich, was die Menschen aller Zeiten in den Bildern des Lichts ersehnen: Im Auferstandenen, das ist unser Glaube, hat jeder, der auf ihn vertraut, Teil an diesem Licht, an der Überwindung aller Dunkelheit in der Welt, am Sieg des Lebens über den Tod. "Lumen Christi – Christus, das Licht!" ist das strahlende Bekenntnis dieses Glaubens. THORSTEN AYMANNS

(RP)