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Kreis Viersen: Zebrastreifen für Fußgänger

Kreis Viersen : Zebrastreifen für Fußgänger

In einer neuen Serie zeigen wir, welche Situationen die größten Gefahren für Radfahrer darstellen. Zusammen mit der Polizei erklären wir, was oft falsch gemacht wird – und wie man sich richtig verhält.

In einer neuen Serie zeigen wir, welche Situationen die größten Gefahren für Radfahrer darstellen. Zusammen mit der Polizei erklären wir, was oft falsch gemacht wird — und wie man sich richtig verhält.

 So ist es richtig: Stella hält vor den Fußgänger-Überweg an, steigt ab und geht zu Fuß rüber. Der Autofahrer konnte anhalten.
So ist es richtig: Stella hält vor den Fußgänger-Überweg an, steigt ab und geht zu Fuß rüber. Der Autofahrer konnte anhalten. Foto: Busch

Fahrräder, Autos und Fußgänger — es ist eine Begegnung mit Konfliktpotenzial, die jeden Tag stattfindet. Zu fast jeder Minute. Irgendwo im Kreisgebiet. Vergangenes Jahr verunglückten dabei 324 Radfahrer. 62 von ihnen waren Kinder, 30 zwischen 18 und 24 Jahren alt und 68 Senioren. In diesem Jahr waren es nach Angaben der Polizei in der Zeit von Januar bis Mai 107 Unfälle. Das sind zwar bislang weniger als im gleichen Zeitraum 2011. Und dennoch kein Grund zur Entwarnung. Denn erst vergangene Woche ist ein 77 Jahre alter Radfahrer gestorben — nachdem er bereits am 19. Juni auf der L 362 mit einem Auto kollidiert war und sich dabei schwer verletzt hatte.

Die Gründe für die Unfälle kann man aber nicht nur einer Seite zuschieben. Manchmal liegt es an dem bisweilen unbewussten Fehlverhalten eines Rad- oder Autofahrers. Manchmal ist es aber auch den Gegebenheiten geschuldet. Die Rheinische Post hat zusammen mit Hans-Gerd Dückers, Leiter der Verkehrsunfallprävention bei der Kreispolizei Viersen, Situationen nachgestellt, die immer wieder zu Unfällen führen. In lockerer Folge werden wir zeigen und erklären, wo genau die Gefahr liegt, wie schnell man einen Fehler machen kann — und wie man sich richtig verhält.

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"Ein Problem sind Fußgängerüberwege", sagt Dückers. Insbesondere solche, die Radfahrer fast schon dazu verführen, zügig über die Zebrastreifen zu fahren — wenn links und rechts kein Auto zu kommen scheint. Das aber kann eine fatale Fehleinschätzung sein. Erster Fehler: Der Radfahrer schätzt die Situation völlig falsch ein, weil ihm eventuell die Sicht versperrt ist auf die Straße. Er sieht nur den Ausschnitt des Zebrastreifens, ist schnell unterwegs und denkt sich, dass er einfach weiterfahren kann — denn falls doch ein Auto kommt, muss der Fahrer ja bremsen.

Zweiter Fehler: Der Autofahrer sieht zwar den Zebrastreifen, aber gegebenenfalls keinen Fußgänger, der über die Straße möchte. Also fährt er weiter. Wenn dann plötzlich ein Radfahrer quasi nach vorne schießt, ist es zu spät.

Richtig sei, sagt Dückers, als Fahrradfahrer am Fußgängerüberweg anzuhalten. "Er ist eine Einrichtung für Fußgänger." Mit anderen Worten: Der Radfahrer muss nicht nur anhalten, sondern darf ihn auch nur zu Fuß überqueren und muss sein Rad schieben.

Der Autofahrer dagegen kann nicht unbedingt damit rechnen, dass sich alle Radfahrer richtig verhalten — und muss bei Zebrastreifen vorsichtig bleiben.

(RP)