Zahl der Millionäre im Kreis Viersen deutlich gestiegen

Einkommen: Deutlich mehr Millionäre im Kreis

Erstmals seit vielen Jahren liegt die Millionärsdichte damit nicht mehr unter dem NRW-Durchschnitt. Die höchste Millionärsdichte gibt’s in der Stadt Kempen. Viersen bildet das Schlusslicht

Innerhalb eines Jahres ist die Zahl der Einkommensmillionäre im Kreis Viersen um knapp 18 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: In NRW stieg die Zahl der Einkommensmillionäre um 4,2 Prozent. Nach der jüngsten Erhebung des Statistischen Landesamtes NRW leben 73 Millionäre im Kreis Viersen, davon allein 20 in der 35.000-Einwohner-Stadt Kempen. Erstmals seit 2001 liegt die Millionärsdichte im Kreis Viersen damit auf NRW-Niveau (2,5 je 10.000 Einwohner); in den Vorjahren lag der Kreis immer darunter.

Die Zahlen beruhen auf den Ergebnissen der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2014. Sie können erst jetzt veröffentlicht werden, weil die anonymisierten Steuerdaten von den Finanzbehörden erst nach Abschluss aller Veranlagungsarbeiten zur Verfügung gestellt werden. Die Daten aus dem Jahr 2014 sind daher die aktuellsten, die zurzeit verfügbar sind.

Übersicht: Die Zahl der Millionäre und
Übersicht: Die Zahl der Millionäre und das Durchschnittseinkommen in den Kommunen des Kreises Viersen. Foto: Martin Röse

Kempen hat damit die höchste Millionärsdichte im Kreis Viersen. Auf 10.000 Einwohner kommen dort im Schnitt 5,8 Einkommensmillionäre. Auf Platz zwei: die 15.000-Einwohner-Gemeinde Schwalmtal (3,7 Millionäre je 10.000 Einwohner), gefolgt von Grefrath (3,4), Willich (2,8), Brüggen (2,6) und Niederkrüchten (2,0). Die Schlusslichter bilden: Tönisvorst (1,7), Nettetal (1,4) und Viersen (1,2).

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Die Kämmerer der Kommunen haben von der Zunahme der Einkommensmillionäre nichts: Zwar fließt die Einkommenssteuer ins Stadtsäckel, aber nur bis zur Kappungsgrenze von derzeit 70.000 Euro bei zusammen Veranlagten. Und bislang hat sich noch keine Bundesregierung dazu durchringen können, von der im Grundgesetz eingeräumten Möglichkeit Gebrauch zu machen, die Kommunen den Einkommensteuersatz selbst festlegen zu lassen. So könnten die Städte und Gemeinden mit niedrigen Steuersätzen um besonders vermögende Einwohner werben.

Für Normalsterbliche spannender: Ob sie über oder unter dem Durchschnittseinkommen liegen. Das lag im Kreis Viersen im Jahr 2014 bei 38.451 (zusammen veranlagte Ehegatten werden als ein Steuerpflichter gezählt) – und damit knapp 1100 Euro höher als der NRW-Durchschnitt. Insgesamt gaben die gut 143.000 Steuerpflichtigen im Kreis gut 5,5 Milliarden Euro Einkünfte an.

Das höchste Durchschnittseinkommen erzielten mit 44.033 Euro die Einwohner der Stadt Willich – das entspricht Platz 28 der 396 Kommunen in NRW. Das niedrigste Durchschnitteinkommen gaben die Nettetaler an (33.593 Euro, Platz 347).