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Wolfgang Genenger ist seit dem 1. Januar Ortsbürgermeister von Viersen-Süchteln

Amtswechsel in Süchteln : Süchtelns neuer Ortsbürgermeister

Wolfgang Genenger, CDU-Ratsherr und Familienvater, ist seit einer Woche im Amt. Er möchte im Stadtteil einiges bewegen — zum Beispiel das Vereinsleben stärken und für bessere Beleuchtung in schummrigen Ecken sorgen.

Auf Wolfgang Genengers Standard-Gassi-Route mit Terrierdame Paula liegen Fahrradwege nahe der Niers und Pfade, die an Schrebergärten vorbei führen. „Das Sittard ist so mein Gebiet“, sagt der 56-Jährige. Doch als Süchtelns neuer Ortsbürgermeister ist es ihm wichtig, den gesamten Stadtteil im Blick zu haben. Den Stadtgarten zwischen Grefrather Straße und Johannisstraße, zum Beispiel: „Da ist es abends sehr schummrig, die Beleuchtung sollte schnellstmöglich durch LED ersetzt werden“, sagt er. Der Park an der Johannes-Kepler-Schule müsse ebenfalls besser ausgeleuchtet, außerdem attraktiver gestaltet werden. Um in Viersen und Dülken das Wohnumfeld zu verbessern, sei in den vergangenen Jahren Geld ausgegeben worden: „Jetzt müssen wirklich die Süchtelner dran sein.“

Es ist Dienstag, 12.30 Uhr, Genenger steht auf dem Lindenplatz – also gefühlt mitten in Süchteln. Und genau da will er auch sein. „Wer mich kennt, der weiß, ich bin Brauchtumsmensch und in den Vereinen sehr aktiv“, sagt er. Seit sieben Tagen ist der CDU-Ratsherr neuer Ortsbürgermeister, als Nachfolger von Erhard Braun (CDU). Seit Oktober ist er Vorsitzender der Süchtelner CDU, er ist Mitglied im Festausschuss Süchtelner Karneval, „ständiger Gast beim ASV Süchteln“, gehört den Bruderschaften St. Sebastianus Süchteln-Sittard und St. Maria Empfängnis Süchteln-Vorst an. Eigentlich sei er ein „Roahser Jong“, räumt Genenger ein. Aber seit 1997 lebt er in Süchteln, ist seit 1999 Mitglied der Süchtelner CDU und war rund zehn Jahre lang stellvertretender Vorsitzender.

Überflüssig? Die Stahlkonstruktionen im Park an der Realschule. Foto: Nadine Fischer

Der neue Ortsbürgermeister ist auch gut in der Stadtverwaltung vernetzt – „und das werde ich für Süchteln ausnutzen“, kündigt Genenger an. Als Vorsitzender des Bauausschusses möchte er zum Beispiel dafür sorgen, dass bis 2025 tatsächlich die im Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (Insek) für Süchteln aufgeführten Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. Zu den 50 Punkten zählt etwa, das an so manchem Wochenende auf den Süchtelner Höhen herrschende Park-Chaos zu beseitigen, die Hochstraße im Zugangsbereich zur Innenstadt umzugestalten, die denkmalgeschützte Königsburg weiter zu sanieren, das Kulturangebot im Stadtteil zu erweitern.

Der neue Ortsbürgermeister möchte sich für LED-Beleuchtung im Stadtgarten einsetzen. Foto: Nadine Fischer

„Derzeit sucht die Stadtverwaltung nach einer Immobilie, in der ein Stadtteilbüro eingerichtet werden kann“, erzählt Genenger – auch das ist eine Maßnahme des Insek. „Dort möchte ich gerne regelmäßig eine Sprechstunde anbieten, denn mir ist es wichtig, die Bürgerschaft in die Entwicklung des Stadtteils einzubinden.“ Schon jetzt kommen immer wieder Süchtelner auf ihn zu, sprechen Probleme an. „Viele erwähnen die fehlende Brücke auf dem Friedhof“, sagt Genenger: 2016 hatte die Stadt das marode Bauwerk abreißen lassen. Friedhofsbesucher klagten, sie müssten nun Umwege in Kauf nehmen, um zu den Gräbern ihrer Angehörigen zu gelangen; im Juli 2017 beschloss der Bauausschuss, dass es keinen Ersatz geben soll. „Wir werden über den Friedhof nochmal sprechen müssen“, sagt Genenger. Dabei gehe es auch darum, wie einige Flächen zukünftig genutzt werden könnten – schließlich habe sich die Bestattungskultur in den vergangenen Jahren verändert.

Zwar sei er auch schon vorher gut vernetzt gewesen, habe eng mit Erhard Braun zusammen gearbeitet: „Aber jetzt als Ortsbürgermeister bin ich stärker in der Pflicht, ich habe mehr Verantwortung“, sagt Genenger. „Aber ich kann auch nicht zaubern und möchte den Bürgern keinen Sand in die Augen streuen.“ Dass so viele Autos und Lastwagen durch den Ort fahren, könne er zum Beispiel nicht ändern. Was er aber auf jeden Fall angehen möchte: Die Erinnerungskultur beleben und die Arbeit des Vereins „Förderung der Erinnerungskultur“ unterstützen, „insgesamt das Vereinsleben stärken“, Vereine und Einzelhandel besser vernetzen. „Wir haben schöne Ecken in Süchteln, wir haben eine gute Gastronomie“, sagt Genenger. Jetzt gelte es, das Potenzial zu nutzen.