Wohnen und arbeiten an Borner Straße in Brüggen

Bauvorhaben in Brüggen : Wohnen und arbeiten an Borner Straße

Wohnungen, Büros und Gewerbe für die frühere Aldi-Fläche an der Borner Straße in Brüggen: Das sieht ein erstes Konzept vor, das der Architekt jetzt im Bauausschuss präsentierte. Die Ausschussmitglieder waren davon begeistert.

Auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei Laumanns an der Borner Straße sind Wohnungen und Häuser geplant – und jetzt gibt es auch einen Entwuf für die direkt angrenzende Fläche. Dort gab es vor dessen Umzug in ein neues, größeres Gebäude an der Borner Straße 53 eine Filiale des Discounters Aldi.

Anfang 2019 ist das Areal veräußert worden; Projektentwickler ist die „CD Niederrhein Projekt GmbH“, die Eigentümer wollen nicht öffentlich genannt werden. Auch zu dem Investitionsvolumen wollen sie zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Angaben machen. Sie wollen in drei Schritten bis zu 50 Wohnungen in fünf zweigeschossigen Gebäuden sowie Büros und eine gewerbliche Nutzung in zwei dreigeschossigen Gebäuden zur Borner Straße hin umsetzen. Geplant ist auch eine Tiefgarage.

Was ist baurechtlich möglich?

Martin Houbertz, Sachgebietsleiter im Fachbereich Planen, Bauen und Technik der Gemeindeverwaltung, erläuterte in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauen und Klimaschutz, was an dieser Stelle baurechtlich möglich ist: „Es handelt sich um ein Mischgebiet. Wohnen und Bauen können dort im Verhältnis 1:1 umgesetzt werden.“ Der jetzt vorliegende Entwurf des Mönchengladbacher Büros Hartmann Architekten gebe dies her; eine Änderung des Bauleitplanverfahrens sei deshalb nicht notwendig.

Wie sieht der Entwurf aus?

Architekt Holger Hartmann, Inhaber und Geschäftsführer von „Hartmann Architekten“, präsentierte den Ausschussmitgliedern die ersten Ideen mit zahlreichen Folien, die das Vorhaben von unterschiedlichen Perspektiven zeigten. Außerdem packte er ein dreidimensionales Modell aus einem Styroporbehälter aus – mancher hatte sich angesichts der unerträglichen Hitze im Sitzungssaal des Rathauses beim Blick auf den Behälter schon auf ein kühles Eis gefreut.

Hartmann skizzierte, dass im Bereich zur Borner Straße hin Platz für Gewerbe und Büros sei. Als eine mögliche Nutzung nannte er ein Gesundheitszentrum. Dahinter sollen Wohnungen liegen. Zurzeit sähen die Planungen 44 Wohneinheiten vor. „Dies können aber 40 ebenso wie 50 werden“, sagte Holger Hartmann.

Wie groß sind die Wohnungen?

Die genaue Anzahl stehe in diesem frühen Stadium der Planung noch ebenso wenig fest wie die Größe der einzelnen Wohnungen. „Es wird einen großen Mix geben“, so der Architekt. Vorgesehen seien Wohnungen für Singles ebenso wie für zwei bis drei Menschen. Nach seiner Erfahrung seien gerade diese zurzeit stark gefragt. Große Wohnungen soll es nur wenige geben. Geplant sei eine Mischung aus Miet- und Eigentumswohnungen. „Das wird sich aber noch zeigen. dabei werden wir auf die Nachfrage am Markt reagieren“, sagte Hartmann.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Der Bauantrag soll im Oktober gestellt werden. Im April könnte er genehmigt sein und der Bau beginnen. Architekt und Investor rechnen mit einer Bauzeit von rund 1,5 Jahren: Im November/Dezember 2021 könnte der erste Abschnitt fertig sein.

Welche Besonderheiten gibt es?

Einige. Zum einen die moderne Interpretation der in Brüggen weit verbreiteten Klinkerbauweise mit einem Zeltdach, zum anderen die Anordnung der einzelnen Gebäude, so dass ein Innenhof entsteht. Für Holger P. Hartmann ist dieser Hof das „Herz des Projekts“: Damit entstehe ein Ort der Begegnung und Kommunikation ermögliche. Weiterhin sollen durch eine Tiefgarage die Mehrzahl der Parkplätze unterirdisch gelegt werden. Die genaue Zahl der Tiefgaragenplätze steht laut Hartmann allerdings noch nicht fest. Damit Autofahrer die Tiefgarage gut annehmen, sollen deren Parkplätze breit angelegt werden. Hartmann nannte als Vorbild das Parkhaus im Modegeschäft Breuninger im Kö-Bogen: „Wir werden die Stellflächen groß, mit ausreichend Platz gestalten – und dafür lieber auf zwei Plätze verzichten“, kündigte er an.

Welche Reaktionen gab es?

Durchweg positive bis zur offenen Begeisterung von allen Fraktionen. Ausschussvorsitzender Thomas Schmidt (CDU) sagte: „Es wäre schön, wenn sich dieses Projekt realisieren ließe.“ Daniel van den Broek (UBW) lobte das Vorhaben als „passend für Brüggen“, hoffte aber auch, dass bezahlbare Wohnungen entstehen werden. Bürgermeister Frank Gellen (CDU) betonte, dass diese vorgesehen seien. „Es soll nicht nur hochpreisige Wohnungen geben.“

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