Viersen: Wohnen in der Brauerei

Viersen: Wohnen in der Brauerei

Das Bauvorhaben "Lohbusch-Carrée" schreitet voran. Bei der aktuellen Grundsteinlegung standen bereits die Mauern des Erdgeschosses. Mitte nächsten Jahres soll das barrierefreie Mehrfamilienhaus fertig sein.

Der Name Grundsteinlegung sagt es eigentlich: Der Grundstein wird gelegt. Nicht so beim aktuellen Bauvorhaben auf dem ehemaligen Gelände der Viersener Lohbusch-Brauerei an der Dülkener Straße. Denn dort stehen schon die Erdgeschosswände, und es wird fleißig an der Decke gearbeitet. "Die Baufirma hat uns überholt", sagt Hans Wilhelm Janissen von der Wohnungsbaugesellschaft Janissen-Brass & Dannreuther, lachend, als er eine Ausgabe der Rheinische Post zusammen mit einigen Münzen und den Bauplänen des Hauses in den obligatorischen Zylinder packt. Nachdem das Lohbusch-Gelände über Jahrzehnte brachlag, geht es jetzt zügig voran.

Zwei Millionen Euro

  • Viersen : Bald Wohnen im alten Sudhaus

Janissen erwarb das Gelände vor drei Jahren bei einer Versteigerung. 2011 fielen das Kontorhaus und die alten Hallen, um auf dem 3500 Quadratmeter großen Grundstück den Raum für ein Mehrfamilienhaus sowie eine Garagenanlage zu schaffen. Auf einer Fläche von 1800 Quadratmetern entstehen zwölf barrierefreie Wohnungen zwischen 100 und 150 Quadratmeter Größe in solider Ausstattung. Die Wohnungen verfügen dabei über Terrasse oder Balkon, und auch ein Aufzug ist vorhanden. Investitionsvolumen: zwei Millionen Euro. Die Nachfrage nach dem zentralen Wohnen ist groß. Schon 60 Prozent der Eigentumswohnungen sind verkauft.

"Eine Industriebrache, die das Viersener Stadtbild verschandelte, erhält hier eine Nutzung, die dem Ganzen ein neues Gesicht gibt", betont Janissen. Und mit dem Bau der Garagenanlage entlaste er zudem die Dülkener Straße, deren Stadthäuser in der Regel nicht über eine Garage verfügen, fügt er an. Insgesamt entstehen 45 Garagen, wobei die ersten 20 bereits stehen und die Vermietung läuft. Die Historie geht auf dem Gelände aber nicht ganz verloren. Der Turm und das Sudhaus der Brauerei bleiben stehen, wobei der Trum schon saniert ist. "Der Turm erhält keine Nutzung. Er bleibt lediglich als Wahrzeichen stehen und erinnert an die Zeit des Bierbrauens", sagt Janissen. Das unter Denkmalschutz stehende Kontorhaus dagegen will der Viersener Unternehmer nach altem Vorbild sanieren. Auf einer Fläche von 450 Quadratmetern entstehen hier Bürogeräume, wobei gegen Jahresende mit der Sanierung begonnen werden soll. "Das wird das schönste Haus von ganz Viersen", blickt Janissen positiv in die Zukunft. Dort, wo über mehrere Jahrhunderte Bier gebraut wurde, ist dann Leben und Arbeiten angesagt. Die Fertigstellung des Mehrfamilienhauses soll Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

(tref)