Auf zwei Rädern unterwegs: Wo sich das Mühlrad dreht

Auf zwei Rädern unterwegs : Wo sich das Mühlrad dreht

In vielen alten Mühlen im Gebiet der Schwalm befinden sich heute Restaurants. Da lohnt sich der ein oder andere Zwischenstopp, bevor es an die nächste Etappe der rund 30 Kilometer langen Mühlen-Radtour geht.

Die Mühlentour beginnt am Brüggener Burgwall an der "Alten Brüggener Mühle", die erstmals Ende des 13. Jahrhunderts erwähnt wurde. Die alten Mahlwerke im Inneren sind noch sichtbar. Wer kein Fahrrad dabei hat, kann auch ein Niederrhein-Rad leihen — die grünen Flitzer sind gegenüber beim Fahrradverleih der Tourist Information an der Brüggener Burg erhältlich. Die Route führt nach links in die Klosterstraße, die zum Ortsausgang leitet. Hinter dem Ortsschild rechts abbiegen in die Dilborner Straße und dem Weg folgen bis Elmpt.

Das "span'sche Hüske"

Dort geht es nach links weiter, wo die L 372/Mönchengladbacher Straße den Ausflügler bis Niederkrüchten führt, der dort am ersten Kreisverkehr nach rechts in die Mittelstraße einbiegt. Nach links über die Stadionstraße geht es bis zur Straße Pannenmühle (links abbiegen), an der die gleichnamige Mühle liegt. Sie diente im 16. Jahrhundert als Grenz- und Zollhaus zwischen dem Herzogtum Jülich-Berg und den spanischen Niederlanden. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam eine Ölmühle hinzu, später wurde dort Getreide gemahlen.

Über den Lousberg folgt der Radler der Lüttelforster Straße weiter geradeaus, ein Abstecher nach rechts eröffnet dort den Blick auf die Lüttelforster Mühle. Erstmals erwähnt wurde sie um 1300 als Hausmühle des Rittersitzes der Familie von Bocholtz in Waldniel. Zurück auf der Lüttelforster Straße biegt der Radler hinter dem Brandshof der Künstlerin Friederike Hinz (Lüttelforst 139) nach links in den Wirtschaftsweg ein, der, biegt er am Ende des Weges wieder links ab, über die Schomm bis Waldniel führt.

Weiter geht es geradeaus über den Kreisverkehr auf die Weiherstraße, dann nach links in die Gladbacher Straße. Wer mag, biegt im nächsten Kreisverkehr in die Dülkener Straße ein und nach rechts in die Friedensstraße, an der rechter Hand die Pestmühle liegt. In den im 17. Jahrhundert errichteten Turm soll der Sage nach das "Seuchenflämmchen" eingemauert und die Pest aus Waldniel verbannt worden sein.

Mühle der Rittersleut'

Der Ausflügler kehrt zurück zum Kreisverkehr und biegt an der zweiten Einmündung nach rechts in die Amerner Straße ein, von dort aus führt nach links weiter über die Straße "An der Hauser Mühle". Sie führt am Kaiserpark vorbei. Früher stand dort eine Mühle, die "Hauser Mühle", die durch den Kranenbach gespeist wurde. Sie gehörte zum Rittersitz der von Bocholtz, die dort ein stattliches Kastell hatten. Von der Mühle steht heute nichts mehr, einen Mühlenweiher gibt es im Kaiserpark aber noch. Wenn auch sehr viel kleiner als zu Bocholtz' Zeiten.

Die Tour führt weiter geradeaus über die Straße Rüsgen bis zur Hauptstraße. Der Mühlenweg führt hinaus zum Harikseeweg, der den Radler zur Mühlrather Mühle am nördlichen Ende des Sees leitet. Sie gehörte einst dem Kommerzienrat Kaiser (von Kaiser's Kaffee aus Viersen).

Von dort aus geht es schließlich weiter durch Laar bis zur Borner Mühle, einer Wassermühle, die aus dem 14. Jahrhundert stammt. Über die Straße In der Haag geht es nach Brüggen zurück, wo der Ausflügler nach links zum Start- und Zielort Burgwall einbiegt.

(RP)