Kinderbetreuung in Viersen Wo Viersens neue Kitas entstehen sollen

Viersen · In sechs Suchräumen mit einem Radius von je 500 Metern schaut die Stadtverwaltung nach geeigneten Standorten. In den nächsten Jahren sollen 28 bis 29 zusätzliche Kita-Gruppen untergebracht werden.

     Alt-Viersen

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Foto: Stadt Viersen

Die Viersener Stadtverwaltung hat sechs Suchräume definiert, in denen sie nach Standorten für neue Kindertagesstätten Ausschau halten will. Perspektivisch fehlen in den kommenden Jahren voraussichtlich 28 bis 29 Gruppen, wenn nicht zügig gegengesteuert wird. Sechs zusätzliche Gruppen sind aktuell bereits in der Umsetzung.

Mit ein Grund für den erhöhten Bedarf ist neben gestiegenen Kinderzahlen eine höhere Nachfrage nach U3-Plätzen. Geplant ist die Errichtung von fünfgruppigen Kitas. Sie sollen multifunktional sein, so dass die Gebäude auch weiter genutzt werden können, wenn sie nicht mehr als Kita gebraucht werden.

     Süchteln

Süchteln

Foto: Stadt Viersen

Im Jugendhilfeausschuss stellte Jugenddezernentin Çigdem Bern die Suchräume vor. Drei von ihnen liegen in Alt-Viersen, zwei in Dülken, einer in Süchteln. „Wir haben einen 500-Meter-Radius gebildet“, erklärte Bern, betonte aber auch: „Auch angrenzende Standorte sind denkbar. Die Suchräume sind nicht in Stein gemeißelt.“

     Dülken

Dülken

Foto: Stadt Viersen

Die Politiker zeigten sich besorgt, weil jüngst bei einer Konferenz der Verwaltung mit den freien Trägern lediglich einer Interesse signalisierte, eine zusätzliche Einrichtung zu betreiben; ein anderer erklärte, dass die vorhandene Einrichtung um eine bis zwei Gruppen erweitert werden könne. In Viersen gibt es neben städtischen Kindertageseinrichtungen auch mehr als zwei Dutzend Kitas in der Hand von freien Trägern wie beispielsweise den Kirchengemeinden.

     Dülken

Dülken

Foto: Stadt Viersen

Bei der Neuregelung des Kinderbildungsgesetzes hatten die freien Träger eine bessere finanzielle Ausstattung angemahnt. Der von der schwarz-gelben Landesregierung vorgelegte Entwurf gehe nicht weit genug, so die Kritik der freien Träger. CDU-Fraktionsvorsitzender Stephan Sillekens sagte: „Solange die Debatte um eine Neufassung des Kibiz-Gesetzes läuft, werden sich die freien Träger mit Zusagen zurückhalten. Es wäre traurig, wenn wir nicht mit der bewährten Trägerstruktur hinkommen würden.“ Axel Stein, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Süchteln, ergänzte: „Für kirchliche Träger wird es schwieriger, wenn auf Landesebene nicht bessere Ergebnisse erzielt werden.“

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Foto: Stadt Viersen

Die Jugenddezernentin erklärte, dass die Stadt zusätzlich versuche, neue Wege zu gehen. „Wir haben ganz großen Handlungsdruck.“ Deshalb habe sie mit der Wirtschaftsförderung gesprochen, um auch die Möglichkeit von Betriebskindergärten ins Auge zu fassen. Es gibt dafür Bundes- und Landesförderprogramme, die solche Mischungen von Betriebskindergärten und öffentlichen Kindergärten finanziell unterstützen.“ Der Zuschuss liege zu Beginn bei 100 Prozent, nehme dann ab.

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Foto: Stadt Viersen

Manuel García Limia (SPD) zeigte sich besorgt, ob sich für die zusätzlichen Gruppen genügend Personal finden wird. „Ich habe nicht den Eindruck, dass der Arbeitsmarkt für Erzieher besser geworden ist.“ Bern erklärte, die Stadt tue viel, um für den Erzieherberuf zu werben: „Wir gehen in die Schulen, haben bei für die Praxisintegrierte Ausbildung 75 Bewerbungen erhalten.“

Zum Start des Kindergartenjahres 2019/2020 haben Eltern für 40,7 Prozent der U3-Kinder einen Betreuungsbedarf angemeldet. Bei den Kindern über drei Jahren haben aktuell 16 Mädchen und Jungen noch keinen Platz.

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