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Wirtschaft im Kreis Viersen optimistischer als im Rest der Region

Wirtschaft : Unternehmen im Kreis Viersen optimistischer als im Rest der Region

Der Konjunktur geht es deutlich besser als noch im Herbst - das ist das Ergebnis der Frühjahrsbefragung der IHK Mittlerer Niederrhein und Düsseldorf. Besonders im Kreis Viersen blicken die Firmenchefs optimistisch in die Zukunft.

Die Konjunktur im IHK-Bezirk Düsseldorf-Mittlerer Niederrhein erholt sich in schnellen Schritten von der Corona-Pandemie. Das ist das Ergebnis der Frühjahrsbefragung der Industrie- und Handelskammer. Die nun vorgelegten Zahlen zeichnen ein optimistisches Bild der Zukunft. Hatten die Indizes im vergangenen Herbst noch sämtlich im negativen Bereich gelegen, so drehten sie nun teils deutlich ins Plus.

 Der Geschäftslage-Indikator in der Industrie klettertevon -7,5 auf +17,4 Punkte, während der Anstieg in der Wirtschaft insgesamt deutlich geringer ist (+8,1 nach zuvor -8,3 Punkten). Im Kreis Viersen liegt er mit 10,0 Punkten leicht über dem Durchschnitt der Region

Die Industrie- und Handelskammer geht in ihrem Konjunkturbericht davon aus, dass sich die Lage in der Gesamtwirtschaft in den kommenden Monaten weiter verbessern wird. „Das ist branchenübergreifend so“, erklärt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

31,5 Prozent der Betriebe erwarten demnach eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, nur 15,7 Prozent eine Verschlechterung. Im Kreis Viersen seien die Betriebe sogar noch optimistischer, so Steinmetz. „Hier glauben 42 Prozent an eine Verbesserung, 15 Prozent an eine Verschlechterung.“

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Zwar sei der Trend im Schnitt sehr ermutigend, allerdings hieße es, die einzelnen Branchen sehr differenziert zu betrachten. „Der große Treiber ist derzeit die produzierende Industrie. Hier sind die Niveaus der Vor-Coronazeit teilweise bereits übertroffen“, berichtet Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf.

Anders sehe es im Einzelhandel – mit Ausnahme des Lebensmitteleinzelhandels – oder den kontaktintensiven Dienstleistungen aus, wo es streckenweise große Probleme gibt, so Berghausen. Nur 22,9 Prozent der Einzelhändler bewerten ihre Situation gut, 39,8 Prozent beurteilen sie als schlecht. „Auch die konsumnahen Großhändler sowie kontaktintensive Dienstleister wie die Freizeitwirtschaft und das Gastgewerbe melden aufgrund der Beschränkungen eine schlechte Lage“, sagt Berghausen. Deswegen begrüße die IHK, dass die besonders betroffenen Branchen durch die neue Corona-Schutzverordnung erste Perspektiven erhielten. Steinmetz betonte, dass mit den Erleichterungen aber noch nicht gewährleistet sei, dass alle Geschäftsmodelle zeitnah wieder tragfähig werden.

Problematisch für die aktuell bereits gut laufende Industrie seien zwei Risikofaktoren: Rohstoffe und Fachkräfte. „Die Rohstoffpreise ziehen gewaltig an. Es gibt sogar Unternehmen, die derzeit in Bereichen wie Holz, Metallen oder Chips überhaupt nichts bekommen“, sagt Steinmetz.

Und auch der Fachkräftemangel habe sich verstärkt. „Die Unternehmen bekommen ihre Ausbildungsplätze schlicht nicht besetzt. Das Angebot ist da, aber die Unternehmen finden keine Auszubildenden“, sagt Steinmetz. Das liege zum Teil auch daran, dass weniger Jugendliche die Schulen verlassen, da diese in Zeiten der Pandemie eher ein Auge zudrücken.

Insgesamt 800 Unternehmen mit zusammen rund 75.000 Beschäftigten hatten sich in den letzten beiden April-Wochen an der IHK-Konjunktur-Umfrage beteiligt.