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Wiederaufforstung auf den Süchtelner Höhen in Viersen hat begonnen

Pflanzaktion in Viersen : Neue Bäume für die Süchtelner Höhen

Rund 100 Helfer pflanzten am Samstag unter anderem Esskastanien, Traubeneichen und Hainbuchen in dem Waldgebiet in Viersen. Um Sturmschäden auszugleichen, sollen insgesamt 60.000 Bäume gesetzt werden.

Wir brauchen unseren Wald: Unter diesem Motto machten sich am Samstagmorgen gut 100 Viersener ab Parkplatz Kletterwald auf zum 800 Meter entfernten Wildgehege auf den Süchtelner Höhen. Dort hatten Stadtförster Rainer Kammann und seine Leute im Vorfeld mit Minibaggern und hydraulischem Bohrgerät Erdlöcher für die Forstpflanzen gebuddelt. Die freiwilligen Forstarbeiter – darunter zwei Kindergärten – brauchten keine Stunde, um die ersten 480 Löcher mit Esskastanie, Traubeneiche, Hainbuche und Roteiche zu schließen. Fein säuberlich in Reih und Glied setzten die Kinder mit ihren Eltern die jungen Bäume in die nasse Erde.

Grund für die Pflanzaktion war die Verwüstung, die Sturmtief Friederike vor einem Jahr angerichtet hatte. Abgeknickte Bäume, abgebrochene Äste und ganze Schneisen sind noch gut zu erkennen. Die Stadt Viersen hatte deshalb entschieden, in diesem Jahr 20.000 und in den kommenden zwei Jahren weitere 40.000 Bäume zu setzen. Die Aktion am Samstag war der Auftakt der Umwelt-Offensive. „Es geht uns auch darum, die Menschen für die Belange der Natur zu sensibilisieren“, so Förster Kammann.

Tischler Martin Fischle und sein Sohn Emil buddelten fleißig mit. Foto: Axel Küppers

Die Botschaft kam an. Mit Feuereifer griffen die Mädchen und Jungen zum Spaten und waren nicht wählerisch, ob es nun Eiche, Buche oder Kastanie sein sollte. „Wir sind ohnehin mit unseren Kindern dreimal in der Woche hier im Wald und mussten wegen Friederike drei Monate auf diese Erfahrung verzichten“, berichtet Dorte Maus, Erzieherin der Kita Gehlingsweg, die sich am Fuße der Süchtelner Höhen befindet. „Ohne Wald kein Kindergarten – da ist es selbstverständlich, dass wir hier mithelfen“, sagt auch Sabine Thönißen vom Waldkindergarten „Buschräuber“, der sich am Hohen Busch befindet.

Als offizielle Stadtvertreter müssen Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD), der Süchtelner Ortsbürgermeister Wolfgang Genenger (CDU) und die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche von den insgesamt fünf Stadtforstmitarbeitern nicht groß eingewiesen werden. Sie sind fit in solchen Dingen. „Nicht zu fest drauftreten, die Erde muss locker bleiben“, sagt Susanne Fritzsche zu einem Jungen, während die Bürgermeisterin Urmel im Blick behält. Der Labrador nutzt den Ausflug auf die Höhen, sprintet im Slalom um die Setzlinge und tollt mit den Kindern herum. Es sind bei weitem nicht nur offizielle Vertreter bei der Pflanzaktion dabei. „Wir leben schließlich vom Holz in diesem Wald“, sagt Martin Fischle. Für den Tischler sind die Süchtelner Höhen zwar nur ein kleiner Wald. Aber die Aufforstung sei wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Emil, sein zehnjähriger Sohn, hat nach kurzer Zeit bereits den fünften Baum in die Erde gesetzt. Angeschlossen haben sich der Gruppe auch Katrin Kraft und ihr Team von Xpad Experience and Adventure. Die Erlebnispädagogin nutzt das Gelände hier oben und spürt ebenfalls noch die negativen Folgen von Orkan Friederike. „Klar, dass wir heute dabei sind.“

Für Dorte Maus (links) und ihre Gruppe vom nahegelegenen Kindergarten Gehlingsweg ist es selbstverständlich, mit anzupacken. Foto: Axel Küppers

„Super Resonanz – trotz des Wetters“, urteilt hinterher Peter Breidenbach (Grüne), der sich kommunalpolitisch für die Aufforstung auf den Süchtelner Höhen stark gemacht hat und heute selbst den Spaten in die Hand nimmt. Gegen Mittag wärmt er sich wie viele der ehrenamtlichen Pflanzer am Feuer und sucht Schutz vor dem Schneeregen unter dem Zeltdach. Die Deutsche Waldjugend hat alles hergerichtet, sodass die Kinder nun ans duftende Stockbrot können und die Erwachsenen sich an einer Tasse Tee die Finger aufwärmen.