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Viersen: Wie Sport dem Leben mehr Jahre bringt

Viersen : Wie Sport dem Leben mehr Jahre bringt

Beim Auftakt der Aktion "Fit in den Frühling" erläuterte Sportmediziner Dr. Michael Fritz, welche Vorteile Ausdauersport hat. Er rief die Teilnehmer aber auch dazu auf, sich nicht zu überfordern.

Für die Teilnehmer der diesjährigen Aktion "Fit in den Frühling" von NEW Viersen und Rheinischer Post gibt es jetzt kein Zurück mehr: Sie haben sich beworben, um in den kommenden drei Monaten mit Joggen, Nordic Walking und Aquajogging fitter zu werden. Zum Auftakt hielt der die Aktion begleitende Sportmediziner Dr. Michael Fritz aus Viersen einen Vortrag, in dem er mal ernst, mal humorvoll erläuterte, was die zusätzliche Bewegung den Teilnehmern bringen soll. Seine eigene Motivation, "Fit in den Frühling" zu unterstützen, sei "die pure Verzweiflung eines Kassenarztes", sagte Fritz. Denn häufig könne der Arzt nur noch den Schaden verwalten, "die Liegestühle auf dem Deck der Titanic zurechtrücken" — nicht aber den Patienten heilen.

Fritz erklärte, welche Auswirkungen eine ungesunde Ernährung, Rauchen und mangelnde Bewegung haben: Herz-Kreislauferkrankungen sind oftmals die Folge, Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall. Darum sei es so wichtig, "Couch-Potatoes" zu mobilisieren. Das Ziel: "Ein ausgewogenes Verhältnis von Nahrungszufuhr und Kalorienverbrauch hinbekommen, um Krankheiten zu vermeiden." Darauf setzt auch die Aktion "Fit in den Frühling" im nunmehr neunten Jahr. Sporttrainer begleiten die Läufer, Nordic Walker und Aquajogger beim wöchentlichen Training. Ernährungsberaterin Ursula Fiering-Willeboordse zeigt in Kochseminaren, wie lecker eine vollwertige Mischkost mit wenig Fleisch und viel Gemüse ist. Und die Gruppendynamik hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden, der zum Beispiel nach einem stressigen Arbeitstag oder bei Regen lieber auf dem Sofa liegenbleiben möchte, statt draußen Sport zu treiben.

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Doch für die Bewegung sei der Mensch gemacht — und nicht fürs Sofa, erklärte Fritz: "Der Neandertaler musste sich viel bewegen, um an Nahrung zu gelangen. Der heutige Mensch muss sich kaum noch bewegen, um an kalorienreiche Nahrung zu gelangen. Doch die eine Generation Computerwelt hat unsere Gene ja nicht verändert." Er setze daher auf ein geeignetes, individuell angepasstes Training — vom Kindes- bis zum Greisenalter. Das sei das Medikament, das bis ins hohe Alter fit halte und dem Leben mehr Jahre gebe.

70 gute Gründe zählte er auf, um mit Sport anzufangen. So verbessere Sport unter anderem die Schlafqualität, fördere den Stressabbau und helfe gegen Depressionen. Individuell angepasst wird das Training durch die Pläne, die Fritz und die Sporttrainer ausgearbeitet haben. Jeder Teilnehmer der Aktion trainiert mit einer Pulsuhr, die über einen Brustgurt die Herzfrequenz misst. So soll sichergestellt sein, dass sich jeder zwar anstrengt, aber nicht überanstrengt. Die Ziele solle man zu Beginn des Trainings nicht zu hoch stecken. Übermotivation führe schnell zu Enttäuschung. Jeder werde im Laufe der kommenden drei Monate langsam an seine persönlichen Grenzen herangeführt.

(RP)