Brüggen: Wie soll der Naturpark künftig aussehen?

Brüggen : Wie soll der Naturpark künftig aussehen?

Zum 50-jährigen Bestehen soll der Naturpark Schwalm-Nette im kommenden Jahr ein neues Konzept erhalten.

Die Männer und Frauen diskutieren engagiert. In kleinen Gruppen ziehen sie durch die Burggemeindehalle in Brüggen und erörtern an verschiedenen Stationen Stärken, Schwächen, Ziele und Erwartungen an den Naturpark Schwalm-Nette. Im Fokus stehen die Bereiche Tourismus und Freizeit, Naturschutz und Landschaft, Regionalentwicklung und Umweltbildung.

Der Naturpark Schwalm-Nette feiert im kommenden Jahr seinen 50. Geburtstag. Pünktlich zum Jubiläum wird nun ein neuer Naturparkplan entwickelt. "Der letzte ist schon über 20 Jahre alt", sagt Peter Ottmann, der Verbandsvorsteher im Zweckverband Naturpark Schwalm-Nette bei der ersten Plenumsveranstaltung in Brüggen.

Es habe sich über die Jahre viel verändert, meint Ottmann. Deshalb sei es wichtig zu analysieren, ob der eingeschlagene Weg richtig sei. Die Bestandsanalyse und die Entwicklung von Zukunftsvisionen werden die Mitstreiter im Naturpark mit externer Unterstützung der ift Freizeit- und Tourismusberatung aus Köln, dem Landschaftsarchitekturbüro Hoff aus Essen und dem Institut für Regionalmanagement aus Marl nun im kommenden Jahr beschäftigen.

"Es geht nicht darum, Luftschlösser zu bauen", erklärt Christian Rast von der ift. Vielmehr sei das Ziel, den Naturpark Schwalm-Nette zu einer Vorbildlandschaft zu machen sowie einen innovativen, praktikablen und handlungsorientierten Handlungsrahmen zu entwickeln. Im Oktober 2015 soll der fertige Bericht vorliegen. Bis dahin sind noch mehrere Veranstaltungen vorgesehen, in denen Projekte und Maßnahmen erarbeitet werden.

Zum Auftakt dieser Serie diskutieren rund 70 Interessierte Vorteile und Nachteile im Naturpark. In Windeseile füllen sich die Stellwände mit den unterschiedlichsten Argumenten. Auf den bunten Kärtchen an den Tafeln stehen Erwartungen wie "Schutz vor Nutzung, unter anderem Landwirtschaft" oder "Naturschutz vor sanftem Tourismus". Ein paar Meter weiter werden die Spargel- und Erdbeerhochburgen als Stärke der Region und die fehlende E-Mobilität als Schwäche in der Regionalentwicklung aufgeführt. Die Teilnehmer registrieren schnell, dass die Abwägung nicht immer so ganz einfach ist. So kann die Nähe zu den Ballungsgebieten eine Chance für den Tourismus sein, aber auch ein Problem darstellen, für diejenigen, die meinen, dass die Natur der Natur gehören sollte.

"Natur und Landschaft bilden das Kapital", sagt Martina Hoff. Dieses gelte es zu nutzen, beispielsweise in Veranstaltung mit Lehrern und Schülern. "Man schützt nur, was man kennt", so Hoff.

(wiwo)
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