Wie Schulen in Viersen mit Social Media umgehen

Schulen in Viersen : Medienscouts schützen, helfen und vermitteln

Die Medienscouts sind Schüler, die bei Mobbing in sozialen Medien eingreifen. Sie leisten auch Präventionsarbeit.

Die Medienscouts sind ein Projekt der Landesanstalt für Medien NRW. Schüler der weiterführenden Schulen können sich zu Medienscouts fortbilden lassen. Seit etwa vier Jahren setze die Johannes-Kepler-Realschule Medienscouts ein, „seitdem haben wir weniger Konflikte“, sagt Leiter Thomas Küpper. „Sie tragen dazu bei, dass die Schüler lernen, verantwortungsvoll mit den Handys umzugehen“, ergänzt er.

Am Albertus-Magnus-Gymnasium etwa sind die Medienscouts Schüler der Klassen 9 und 10. Sie besuchen einmal im Schuljahr für eine Doppelstunde die fünften und sechsten Klassen, erklären den Schülern zum Beispiel, was sie überhaupt in sozialen Medien posten dürfen, wie sie auf Cybermobbing reagieren können, welche Privatsphäre-Einstellungen sie auf ihren Smartphones einstellen sollten. „Im Moment haben wir zehn Medienscouts, wir möchten das aber noch ausbauen“, sagt Schulleiter Thomas Kamphausen.

Die Johannes-Kepler-Schule hat aktuell acht Medienscouts: Schüler der Klassen 8 bis 10. Sie besuchen die fünften Klassen, haben außerdem jeweils in der ersten großen Pause eine offene Sprechstunde. „Zu uns kommen Schüler, wenn sie gemobbt werden“, sagt Chris Bauer, einer der beiden Lehrer, die die Medienscouts betreuen und selbst Medienscouts sind. „Wir reden erst mit dem Opfer und dann mit dem Täter“, ergänzt Zehntklässlerin Amelie. In einem Ordner dokumentieren die Medienscouts jeden Fall, organisieren möglichst auch Treffen, bei denen sie versuchen, zwischen Täter und Opfer zu vermitteln. Jeweils zwei Medienscouts halten die Sprechstunde gemeinsam, nicht jeden Tag haben sie Besucher. „Das ist deutlich weniger geworden“, sagt Bauer. Amelie bestätigt das, „ich denke, das ist ein Zeichen dafür, dass wir schon einiges geleistet haben“, sagt die 16-Jährige. Die Medienscouts dürften allerdings nicht überfordert werden, betont Bauer. Zieht sich etwa ein Mobbing-Fall über längere Zeit, werden die Lehrer, gegebenenfalls auch die Eltern hinzugezogen.

 Einmal in der Woche treffen sich alle Medienscouts, um sich auszutauschen. Dann werden falls nötig auch Fälle besprochen. Hauptsächlich gehe es dabei um Mobbing in Whatsapp-Gruppen, erzählt Amelie. Manchmal sind es Lehrer, die betroffene Schüler zu den Medienscouts schicken, manchmal trauen sich die Schüler – vor allem sind es Fünft- und Sechstklässler – alleine in die Sprechstunde. Häufig sei es aber anders, erläutert die Zehntklässlerin: „Oft sind die Freunde die treibende Kraft.“