Stockente gerettet: Wie Plastikmüll die heimischen Tierarten bedroht

Stockente gerettet : Wie Plastikmüll die heimischen Tierarten bedroht

In Viersen konnte eine Stockente gerettet werden, die sich durch eine Plastikverpackung fast stranguliert hatte. Die Leiterin der Unteren Jagdbehörde appelliert, Müll mitzunehmen

Wie gefährlich Plastikmüll nicht nur für Fische in den Meeren, sondern auch für die heimische Tierwelt ist, zeigt ein aktueller Fall aus Viersen. In der Nähe der Gladbacher Straße entdeckte Heike Kosel eine junge Stockente, der ein Plastikband zum Verhängnis wurde. Gemeinsam mit ihrer Nachbarin war Kosel unterwegs, um bei der extremen Trockenheit wild lebenden Tieren frisches Wasser zur Verfügung zu stellen. Bei einem dieser Einsätze entdeckte sie das Tier, das sich den Plastikring einer Getränkedose so fest um Hals und Schnabel gezogen hatte, dass es nicht mehr in der Lage war, sich selbst zu befreien. Durch die Strangulierung konnte die Ente weder Wasser noch Futter aufnehmen. Bei den derzeitigen Wetterbedingungen hätte dies einen qualvollen Tod innerhalb weniger Tage bedeutet.

Heike Kosel informierte Monika Buschmann. Die Leiterin der Unteren Jagdbehörde des Kreises Viersen kontaktierte den benachbarten Revierinhaber Ralf Gruhn, der sich spontan bereit erklärte, zu helfen. Mittels einer Decke konnten die Helfer gemeinsam die geschwächte Ente einfangen. Mit einem Seitenschneider durchtrennte der Jäger den Plastikring und befreite die Ente von ihrem Leiden. Das erschöpfte Tier machte sich noch leicht wackelig Richtung Ententeich auf, wurde aber am darauffolgenden Tag gut erholt gesehen. Für dieses Tier kam die Rettung dank des menschlichen Einsatzes noch rechtzeitig.

Stockenten sind im Kreis Viersen an nahezu jedem Gewässer zu beobachten. Aber auch andere Tierarten sind gefährdet. Monika Buschmann appelliert aufgrund des aktuellen Falles eindringlich an alle Bürger: „Nehmen Sie nach einem Picknick, Aufenthalt oder bei Wanderungen in der Natur ihren Müll mit und entsorgen ihn ordnungsgemäß.“ Plastikreste sollten so zertrennt werden, dass sie keine Todesfallen für Tiere sind.

Buschmann betont: „Es geht nicht immer so glimpflich aus wie im Fall der Stockente. Und das Leid der Tiere ist riesig.“

(RP)
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