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Kreis Viersen: Wie der Kreis Bewohner in Pflegeheimen besser schützen will

Kreis Viersen : Wie der Kreis Bewohner in Pflegeheimen besser schützen will

Landrat Andreas Coenen kündigt den Einsatz eines Screening-Fahrzeugs an, um sofortige Tests auf das Coronavirus Sars-CoV-2 zu ermöglichen

Der Krisenstab des Kreises Viersen will Heimbewohner und die dort beschäftigten Mitarbeiter besser vor dem neuartigen Coronavirus schützen. Das teilte Landrat Andreas Coenen (CDU) im Gespräch mit unserer Redaktion mit. Dazu soll vom heutigen Mittwoch an ein sogenanntes Screening-Fahrzeug seinen Dienst aufnehmen, das gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung betrieben wird. Pflegeheime gelten als neuralgische Punkte bei der Ausbreitung des Coronavirus, weil dort Mitglieder der Risikogruppe – ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen – auf engem Raum zusammenleben. Bei ihnen nimmt die Krankheit Covid-19 überdurchschnittlich häufig einen schweren Verlauf. Problematisch ist die Ausbreitung des Virus in Pflegeheimen auch deshalb, weil Pflegekräfte knapp sind.

Allein im Kreis Viersen sind bislang acht Bewohner von Pflegeheimen gestorben, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren. Insgesamt 76 Bewohner in den Heimen in Viersen, Willich, Niederkrüchten, Kempen und Tönisvorst sind mit Sars-CoV-2 infiziert, 30 Mitarbeiter befinden sich aktuell in häuslicher Quarantäne, weil auch sie infiziert sind. Das Virus grassierte am Dienstag in acht Altenpflegeeinrichtungen.

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„Immer dann, wenn in einem Heim ein Fall des neuartigen Coronavirus auftritt – ob bei einem Besucher oder einem Mitarbeiter – wird das Screening-Fahrzeug dorthin geschickt“, erklärt der Landrat. „Dann werden alle Menschen, die dort wohnen und arbeiten, sofort getestet.“ Das ermögliche dem Krisenstab, schneller als bisher ein umfassendes Bild über die Lage im Heim zu gewinnen und sofort reagieren zu können.

Die meisten infizierten Bewohner befinden sich in einem Seniorenheim in Niederkrüchten. Von den insgesamt 95 Bewohnern sind 36 Bewohner und acht Pflegekräfte infiziert. Vier Bewohner starben. Dort war ein Bewohner mit unklaren Symptomen nach Auskunft der Heimleitung trotz Bitte des Heimes zunächst nicht auf Sars-CoV-2 getestet worden. Erst als der Mann zwei Tage später ins Krankenhaus kam, wurde er getestet. Zu dem Zeitpunkt isolierte das Heim von selbst die Kontaktpersonen des Bewohners. Drei Tage kam dann das positive Testergebnis des Bewohners – es war der erste Covid-19-Fall in dem Heim.

Bei dem Screening-Fahrzeug handelt es sich um VW- oder Mercedes-Busse der Malteser oder des Deutschen Roten Kreuzes. Die Hilfsorganisationen stellen das Personal, die Kassenärztliche Vereinigung einen Arzt.

Interview mit Landrat Andreas Coenen