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Viersen: Widerstand gegen Obi-Markt

Viersen : Widerstand gegen Obi-Markt

Die geplante Ansiedlung eines Baumarktes an der Kölnischen Straße in Viersen stößt auf Ablehnung. Nun hat sich die Bürgerinitiative Viersen-Hamm gegründet. Sie befürchtet mehr Lärm und eine Verschandelung der Stadt.

Bislang sind es 41 Bürger, die sich der Bürgerinitiative Viersen-Hamm (BIVH) bei der Gründung am vergangenen Wochenende angeschlossen haben. "Und wir werden mehr. Schon jetzt wird deutlich, dass es nicht nur Anwohner sind, die sich gegen den geplanten Baumarkt aussprechen, sondern Bürger aus ganz Viersen. Sie sind empört, wie hier mit wertvollen landwirtschaftlichen Flächen umgegangen und welche Art von Informationspolitik seitens der Stadt betrieben wird", sagt Dr. Volker Breme, Initiator und Sprecher der BIVH.

Viersen: Widerstand gegen Obi-Markt
Foto: Andreas Bretz (Archiv)

Er verfolgt das Projekt der geplanten Ansiedlung eines Baumarktes an der Kölnischen Straße schon seit Jahren: Als 2010 der Lärmaktionsplan der Stadt Viersen auftauchte. sprach sich Breme für eine Verlegung der Ortsdurchfahrt an der Kölnischen Straße aus. Das Ziel: eine geringere Lärmbelastung. Als Antwort erhielt er die Nachricht, dass dort ein Baumarkt angesiedelt werden würde und etwas geschähe. "Ich bat damals um weitere Informationen, die ich im März 2012 erhielt", erinnert sich der Viersener, der an der Kreuelstraße wohnt und dessen Garten an die Kölnische Straße angrenzt.

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Er gab eine Stellungnahme bei der Stadt hinsichtlich der Baumarkt-Planungen und der unvollständigen Informationspolitik ab, wandte sich an die städtische Wirtschaftsförderung und schrieb politische Parteien an. Doch überall wurde abgewiegelt. "Die Informationspolitik ist ein Skandal. Es ist eine Verhöhnung der öffentlichen Bürgerbeteiligung", empört sich Breme und gründete die Bürgerinitiative und knüpfte Kontakte zum Einzelhandel sowie der Kreisbauernschaft. Von letzterer liegt bereits ein Gutachten vor, das die Bedenken zeigt, 4,5 Hektar wertvollster Ackerfläche zu versiegeln.

Breme versteht nicht, warum keine der vielen Industriebrachen in Viersen für einen solchen Markt genutzt, sondern stattdessen weiteres Land verbraucht wird. "Was im strikten Gegensatz zum Paragraph 1A der Baugesetzgebung steht", betont Breme. Demnach sollten vorhandene Flächen vor Neuversiegelungen genutzt werden. Zudem befürchtet die Initiative eine Zunahme des Verkehrs — und damit mehr Lärm und Staub. Auch fragen sich Anwohner rund um den geplanten Baumarkt, wie es mit der Entwässerung aussieht. Schon jetzt flögen bei Starkregen die Kanaldeckel hoch, sagt der Sprecher der BIVH. Und nicht zuletzt spielt auch die optische Verschandelung der südlichen Einfahrt von Viersen eine Rolle. Viersen werde Stadt im Grünen genannt, doch davon gebe es bald nicht mehr viel.

"Wir heißen jeden Mitstreiter willkommen", sagt Breme und denkt derzeit an ein Bürgerbegehren oder sogar eine Klage.

(tref)