Bericht aus Togo: West-Afrika ist auf Hilfen aus Viersen angewiesen

Bericht aus Togo : West-Afrika ist auf Hilfen aus Viersen angewiesen

Marina Hammes von der AWA berichtet aus Afrika: Vom Umgang mit Ebola und katastrophalen Zuständen in dem Land.

Es kam alles anders, als geplant. Als das Team der Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika (AWA) Ende Januar in Lome, der Hauptstadt Togos, landete, rechneten sie wenige Tage später mit einem Container voller wichtiger Hilfsgüter: Nahrungs- und Reinigungsmittel; Kleidung; Päckchen für die Patenkinder, die Viersener Familien liebevoll zusammengestellt hatten; Medikamente und Utensilien für die Nähschule.

Doch der Container kam mit einer Woche Verspätung an, berichtet Marina Hammes, Vorsitzende der AWA, aus Togo. "Wir haben unsere Reisepläne mehrfach geändert, denn einen Tag tatenlos hier verbringen, das kommt nicht in Frage", sagt Hammes. Also besuchte das AWA-Team die Schule in Ahouhoun, die im letzten Jahr fertiggestellt wurde. "Aus Lehrermangel sind die erste und zweite Klasse zusammengelegt", sagt Hammes.

90 Kinder hat das Team in der Klasse gezählt. "Doch alle sind sehr diszipliniert gewesen", erzählt die AWA-Vorsitzende. Weiter ging es zur Impfstation in ein Krankenhaus, in dem vor allem Mütter mit ihren Säuglingen waren. Ein Erfolg für Hammes: Im zentralen Krankenhaus Benins sind jetzt regelmäßig ein Krankenpfleger und eine Hebamme vor Ort. Der Arzt komme sporadisch.

Wie viel in dem Land noch getan werden muss, habe ein Blick in die Apotheke des Krankenhauses gezeigt: "Die Ausstattung glich einer normalen deutschen Hausapotheke", sagt Hammes. Medikamente und Verbandsmaterialien würden dringend benötigt. Auch die hygienischen Zustände seien laut Hammes katastrophal. Dass das Land bislang vom Ebola-Virus verschont worden sei, grenze laut Hammes an ein Wunder. "Hier hängen einzelne Plakate, die darauf hinweisen, sich die Hände zu waschen, Körperkontakt zu meiden und keine Fledermäuse oder Ratten zu essen", sagt Hammes. Das Problem: Viele Menschen dort können weder lesen noch schreiben. Die Plakate, die vor dem tödlichen Virus warnen, erreichen große Teile der Bevölkerung erst gar nicht. Obwohl das AWA-Team seit vielen Jahren nach Afrika reist, seien die Zustände immer wieder schockierend. "Wir machen uns jeden Abend gegenseitig Mut", sagt Hammes. In den kommenden Tagen steht der Besuch der 500 Patenkinder auf dem Programm. Der Container hat die AWA-Helfer mittlerweile erreicht und die Päckchen der Viersener sollen so schnell wie möglich verteilt werden. "Wir sind hier noch gut beschäftigt", sagt Hammes, die in der kommenden Woche die Heimreise antreten wird.

Weitere Informationen zur Aktionsgemeinschaft Viersen-West-Afrika gibt es unter: www.awa-viersen.de.

(apd)