Meine Kulturwoche: Wenn die Königin der Nacht auf HipHop trifft

Meine Kulturwoche: Wenn die Königin der Nacht auf HipHop trifft

Die Woche wird bunt. Bei "Breakin' Mozart" in der Viersener Festhalle wird Klassik musikalisch und tänzerisch auf den Kopf gestellt. Tina Teubner seziert mit humoristischem Skalpell in Nettetal die Beziehungen zwischen Frauen und Männern

Von Klassik bis Kabarett, von Breakdance bis Requiem. Der Blick in den Kulturkalender beweist, dass man nicht nur in der Metropole, sondern auch im Grenzland ein hochkarätiges und vielfältiges Programm erleben kann.

"Klassik trifft Breakdance" heißt es am Donnerstag, 1. März, 20 Uhr. Der Untertitel von "Breakin' Mozart" ist allerdings angesichts des Gesamtkunstwerks, das die Zuschauer bei "Breakin' Mozart" erwartet, schon fast eine Untertreibung. Der Berliner Dirigent Christoph Hagel und die Dancefloor Destruction Crew aus Schweinfurt stellen in der Viersener Festhalle Mozart auf den Kopf. Die zweifachen Breakdance-Weltmeister tanzen zur Musik des Wiener Wunderkinds mit Witz und atemberaubender Körperbeherrschung, einarmigen Handständen, auf dem Kopf gedrehten Pirouetten und Spagatsprüngen. Christoph Hagel spielt dazu Mozart am Klavier in Orchester- und modernen HipHop-Versionen. Dazu singt Opernsängerin Darlene Ann Dobisch inmitten der Tänzer live unter anderem die Arie der Königin der Nacht aus der "Zauberflöte". Ein Wermutstropfen: "Breakin' Mozart" ist bereits ausverkauft.

In Nettetal geht es ebenfalls am Donnerstag, 20 Uhr, weniger bewegungsintensiv zur Sache: Witzig und musikalisch aber wird es allemal, wenn Tina Teubner, begleitet von Ben Süverkrup am Klavier, Alltag wie Weltpolitik mit humoristischem Skalpell seziert. "Wenn du mich verlässt, komm ich mit" heißt ihr neues Programm nach "Männer brauchen Grenzen". Aber auch wenn sie die Erziehung ihres Mannes erfolgreich abgeschlossen hat, kann man sich darauf verlassen, dass die vielfach ausgezeichnete Kabarettistin die Verständigung zwischen Frau und Mann zum Thema macht - neben den Skurrilitäten der modernen Kindererziehung, dem Älterwerden und dem Sinn des Lebens überhaupt.

Am Samstag, 3. März, 20 Uhr, erwartet Klassikliebhaber ein großes Sinfonie-Konzert: Das NFM Philharmonische Orchester Breslau unter Leitung von Daniel Raiskin spielt nicht zum ersten Mal in der Viersener Festhalle. Es begleitet diesmal den rumänischen Cellisten Andrei Ionut Ionita. Er gilt als eines der großen internationalen Nachwuchstalente. Nach Konzerten in den berühmten Sälen von New York und Moskau spielt er nun in der guten Stube von Viersen. Als Stipendiat der Deutschen Stiftung Musikleben steht ihm ein Violoncello von Giovanni Battista Rogeri aus dem Jahr 1671 zur Verfügung. Auf ihm wird er Schumanns berühmtes Cellokonzert spielen.

(RP)