Brüggen: Wenn der Bildhauer zur Farbe greift

Brüggen: Wenn der Bildhauer zur Farbe greift

Uwe Meints ist vor allem für seine Skulpturen bekannt. In Niederkrüchten stellt er jetzt auch großformatige Bilder aus

Als Bildhauer hat er sich bereits einen Namen gemacht, doch als Maler kennen Uwe Meints nur wenige. In Born beispielsweise hat er den Patschel-Brunnen gestaltet, in Brüggen sind seine Figuren an der alten Brüggener Mühle und an der Burg zu sehen. Jetzt zeigt er in kleinem Rahmen sein Talent als Maler vor allem großformatiger Bilder. Seine Arbeiten sind noch bis heute im Büro von Immobilien Elbers, An der Wae 33 in Niederkrüchten, zu sehen, heute Abend endet die Ausstellung mit einer Finissage von 18 bis 22 Uhr.

"Ich brauche beim Malen eine körperliche Expansion", erklärt Meints. "Das kann ich nur ausleben in großformatigen Werken, sonst bleibe ich stecken." Er male mit dem "inneren Auge", berichtet der Künstler, der seit etwa einem halben Jahr eine Werkstatt in Haverslohe hat. "Das muss man übertragen in Bewegung, und das geht nicht in kleinen Bildern." Für ihn sei das Malen ein Prozess, "bis das Bild mich dahin geführt hat, wo es für mich stimmig ist. Das Bild darf auch abbiegen - und ich gehe hinterher." Diesen Punkt zu spüren, zu wissen, wann ein Bild fertig ist, sei ein wichtiger Moment. "Wenn man da weitermacht, dann ist das Ergebnis nicht so gut", hat Meints festgestellt.

Prunkstück der Ausstellung in Niederkrüchten ist ein feuriges Bild in Rot- und Gelbtönen. Wie das fertige Bild am Ende aussehen wird, weiß Meints vorher meist nicht. Er wählt lediglich die Farben aus. "Ich male unbewusst", erklärt er. "Das Bild malt sich selbst. Wenn man es dann betrachtet, findet man dennoch verschiedene Motive in dem Gemälde, die nicht bewusst gemalt wurden." Und dafür braucht er auch Zeit: Jeden Tag, erzählt der Künstler, könne er nicht malen. Zu spüren, wann der richtige Tag gekommen ist, auch das sei die Kunst. Für das Feuer-Bild jedenfalls hat er einen perfekten Tag gewählt, um es zu malen. Es wird aktiv, brennend.

Sein Vorbild und innerer Mentor ist Willem de Kooning aus Amsterdam. "Er war einer der größten abstrakten Expressionisten", schwärmt Meints. Er selbst malt nun bereits elf Jahre im Stillen und präsentiert in Niederkrüchten Werke, die in den vergangenen drei Jahren entstanden sind. Die Malerei betrachtet er als Ergänzung zur Bildhauerei. Meints: "Das ist für mich ein guter Kontrast zur gegenständlichen Bildhauerei. Die Malerei bot mir für einen kreativen Gegensatz die beste Plattform dafür."

(bigi)