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Weihnachtsmarkt NRW 2021: Erste Weihnachtsmärkte im Kreis Viersen abgesagt

Corona im Kreis Viersen : Erste Weihnachtsmärkte abgesagt

In Niederkrüchten und Nettetal wurden am Donnerstagnachmittag die geplanten Adventsmärkte abgesagt. In Viersen wird bislang noch weiter geplant. Mit Sorge werden überall die steigenden Infektionsraten beobachtet.

Die stark angespannte Corona-Lage im Kreis Viersen hat Auswirkungen auf die Weihnachtsmärkte in der Region: Etliche Veranstalter sagten am Donnerstag ihre Märkte ab. Und auch die Märkte, die stattfinden sollen, werden mit Zugangsbeschränkungen ausgestattet. Hintergrund: Bund und Länder hatten sich am Donnerstag auf flächendeckende Zugangsbeschränkungen im öffentlichen Leben für nicht geimpfte Menschen geeinigt. Bei einer Hospitalisierungsrate über drei soll die 2G-Regel in Kraft treten. In NRW lag die Rate am Donnerstag bei 4,1 NRW-Ministerpräsident Henrik Wüst (CDU) hatte sich bereits im Vorfeld für 2G in NRW ausgesprochen.

In Niederkrüchten fällt eine Premiere ins Wasser. Dort hatte Lütterbeach-Organisator Klaus Amberg den ersten Weihnachtsmarkt seit Jahren organisiert. „Rund ein Dutzend Zusagen hatte ich schon“, berichtete er. „Aber wenn wir das Gelände jetzt einzäunen müssen und zusätzliches Personal für die Einlasskontrolle benötigen, dann ist das nicht leistbar.“ Er sei traurig. „Gleichzeitig ist das aber angesichts der hohen Infiziertenzahlen auch ein Gebot der Vernunft, den Markt nicht stattfinden zu lassen.“

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In der benachbarten Burggemeinde Brüggen hatten die Organisatoren des traditionellen „Lichterglanz“ bereits Anfang der Woche das Programm reduziert. „Vor dem Hintergrund stetig neuer Rekordzahlen haben wir uns dazu entschlossen, das geplante Rahmenprogramm auf dem Kreuzherrenplatz für dieses Jahr ausfallen zu lassen“, teilte der Werbering mit.  Die Stadtführung und das Late-Night-Shopping sollen aber am 22. November stattfinden.

In Nettetal haben sich die Organisatoren der geplanten Adventsmärkte in Breyell, Lobberich und Kaldenkirchen abgestimmt. Am Donnerstagnachmittag kam der Beschluss, alle drei Märkte abzusagen. „Wir tragen die gesundheitliche Verantwortung für unsere Gäste. Wir mögen nicht darüber nachdenken, wenn etwas passieren sollte“, so Claudia Willers von „Kaldenkirchen aktiv. „Es war alles organisiert für schöne Adventswochenenden in Nettetal“, so die Vorsitzenden des Breyeller Verkehrsvereins Phillip Hamanns und Holger Michels.   Die pandemische Lage und die „2G- Regelung“ machten es den ehrenamtlichen Aktiven unmöglich, die Verantwortung zu übernehmen. Bürgermeister Christian Küsters (Grüne) hatte die Hilfe der Stadt bei den Kontrollen angeboten. „Wir lassen uns aber nicht entmutigen“, so der Lobbericher Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Ralf Stobbe. Als Alternative könnte ein Late-Night-Shopping zum Bummeln einladen. . 

Die Stadt Viersen hat derweil an diesem Donnerstag über das Programm für die Märchen-Weihnachtswoche (20. bis 28. November) mit Aufführungen und Ausstellungen in Viersen-Süchteln informiert, darin wird auch der Weihnachtsmarkt mit verkaufsoffenem Sonntag (26. bis 28. November) angekündigt. „Wir planen erstmal weiter“, sagte Stadtsprecher Frank Schliffke. Für alle Veranstaltungen gelten die zum Veranstaltungszeitpunkt aktuellen Corona-Regeln. Den Auftakt der Märchen-Weihnachtswoche bildet das Märchen-Weihnachtskonzert in der Kulturkapelle im Irmgardisstift am kommenden Samstag – auch das soll, Stand Donnerstagnachmittag, stattfinden. Geplant ist, dass Schüler der Stage Dream Academy aus Grefrath ihr Programm „Der Zauberwald“ um 15 und 18 Uhr präsentieren. Das Platzkontingent soll auf jeweils 100 Besucher beschränkt sein, es gilt die 2G-Regel. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter – der Werbering Viersen aktiv, unterstützt von der gemeinnützigen Elterninitiative Kindertraum – hoffen auf Spenden.

In Viersen-Dülken stemmen ehrenamtliche Vereine und soziale Einrichtungen normalerweise am dritten Advent den Dülkener Weihnachtstreff. Es gibt einen Arbeitskreis, der sich regelmäßig im Dülken-Büro trifft und um die Planung kümmert. „Am Montag werden wir mit der Arbeitsgruppe die Entscheidung treffen, ob wir den Dülkener Weihnachtstreff unter den zu erwartenden Bedingungen durchführen können“, sagte Andreas Goßen vom Dülken-Büro am Donnerstagmittag.

In Alt-Viersen gibt es keinen klassischen Weihnachtsmarkt, stattdessen läuft dort vorerst die Planung für ein samstägliches „Weihnachtsgebimmel“ im Dezember weiter. Auf dem Remigiusplatz hatte Schausteller Edi Tusch bereits zum Martinsmarkt Anfang November seine „Winter-Weihnacht“ eröffnet – und die soll auch weiter geöffnet bleiben. Er habe dafür eine Gaststättenkonzession, erläuterte Tusch und ergänzte: „Solange keine Gaststätte in Viersen schließen muss, brauche ich auch nicht zu schließen. Ich muss aber auch dieselben Auflagen erfüllen.“

In Boisheim richten Ehrenamtler gemeinsam den weihnachtlichen „Dorv“-Abend aus, Termin dafür ist der 16. Dezember. Die Planung hat begonnen, „wir arbeiten daran“, sagte Michael Wolter vom „Dorv“-Zentrum am Donnerstagnachmittag.