Viersen: Was wird aus der alten Kirche?

Viersen: Was wird aus der alten Kirche?

Endlich deutet sich für das von der evangelischen Kirchengemeinde in Viersen vor sechs Jahren aufgegebene Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum eine Lösung an. Anfang des Jahres will der Interessent Details vorlegen.

"Irgendwas muss jetzt geschehen, sonst ist das Schlimmste fällig!" Und das Schlimmste wäre der Abriss. Dr. Jörg Dinger berichtete der Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde Viersen am gestrigen Sonntagvormittag von den vielen vergeblichen Versuchen, das ehemalige Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum an der Oberrahser Straße zu veräußern. Gemeinsam mit Pfarrer Christoph Kückes und Hans-Henning von Bassewitz bemüht sich Dinger um die Zukunft der "Bonhoeffer-Kirche", deren Nutzung als Kirche Anfang 2004 aufgegeben wurde. Ein Grund war: Die Bevölkerung in dem Stadtteil hatte sich stark verändert, es kamen immer weniger Besucher zu den Gottesdiensten. Lediglich der Kindergarten wird noch gut frequentiert.

Zukunft deutet sich an

Bemühungen, das Gebäude mit den dazu gehörenden 5000 Quadratmetern Grundstück im Ganzen zu verkaufen, scheiterten – aber auch die Idee, nur den Kirchengrund von 1000 Quadratmetern abzugeben. Investoren, Architekten und ein Makler, der das Haus auch im Internet anbot, sagten schließlich ab. Die Kirchengemeinde wollte auf jeden Fall den Abriss des "wertvollen Hauses" verhindern, aber selbst die Stadt Viersen war nicht interessiert, es für kulturelle Zwecke zu nutzen.

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Jetzt deutet sich eine Zukunft an. "Wir sind auf der Zielgeraden, aber noch nicht am Ziel", so Dr. Dinger. Ein Investor steht in den Startlöchern, wird in etwa drei Monaten darüber entscheiden, wie er das Haus nutzen will. Er will den Kindergarten an die Kirchengemeinde rückvermieten, allerdings kann auch die nicht garantieren, ob sie den Kindergarten in zwanzig Jahren noch braucht. In der Versammlung herrschte Genugtuung darüber, dass sich an der Oberrahser Straße endlich etwas tut.

Weiteres Thema war die Erweiterung des Kindergartens Arche Noah an der Königsallee. 90 Prozent (von rund 200000 Euro) schießt das Land im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zu, die Kita wird künftig Kinder ab einem Jahr aufnehmen. Die im Gange befindliche Renovierung der Kreuzkirche, deren Innenraum durch Feuchtigkeit von außen stark gelitten hatte, stellte Wilfried Schüll den Zuhörern vor. Er bat um Geduld, doch zum Schluss würden sich die Gemeindeglieder über einen neuen Steinfußboden und eine Umgestaltung des Altarraums freuen.

Auch die Überlegungen und Arbeiten rund um den Alten Friedhof wurden vorgestellt, Hans Hennig von Bassewitz warb um Mitgliedschaften in dem neu gegründeten Förderverein. Als Pfarrer Günter Bublitz die neu installierte Photovoltaikanlage auf dem Altenheim "Haus am Nordkanal" als "Wahrung der Schöpfung" pries, regte eine Teilnehmerin an, Gemeindeglieder sollten für weitere Anlagen "Bausteine" kaufen und sich somit am Schutz der Umwelt beteiligen.

(RP)
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