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Was sich die Einzelhändler in Viersen wünschen

Stadtmarketing : Was Viersens Einzelhändler wollen

Wie kann die Einkaufsstadt Viersen attraktiver werden? Werbering und Citymanagement haben dazu eine repräsentative Umfrage der Einzelhändler gestartet. Die liefert zum Teil erstaunliche Ergebnisse

Dass die Digitalisierung dem klassischen Einzelhandel zusetzt, ist bekannt. Dass sich die Städte wappnen müssen, um trotzdem attraktiv zu sein, auch. Was aber brauchen die Betroffenen? Darüber gibt eine repräsentative Umfrage unter den Einzelhändlern in Alt-Viersen Aufschluss, an der sich mehr als die Hälfte aller Geschäfte beteiligten.

Die Ergebnisse sind zum Teil erstaunlich: So erklärten 34 Prozent aller Einzelhändler in der Fußgängerzone (und immerhin 29 Prozent der Geschäfte im befahrenen Innenstadtbereich), dass sich das Konsumentenverhalten seit dem Fortschritt der Digitalisierung gar nicht verändert habe. „Das hat uns schon erstaunt“, sagt Wirtschaftsförderer Thomas Küppers. Er hat sich von der Umfrage insbesondere Aufschlüsse über Events wie Stadtfeste erhofft. „Aus der Politik hören wir oft den Ratschlag: ,Macht doch weniger!’“ So viel vorab: Die Einzelhändler wünschen sich eher mehr.

Cristin Giesen, Fontys-Studentin und Trainee in der Viersener Wirtschaftsförderung hat die Befragung durchgeführt; ihre 60-seitige Arbeit trägt den Titel „Erlebnisorientiertes Einkaufen im Wandel des Konsumentenverhaltens am Beispiel der Stadt Viersen“.

Die Geschäfte in der Fußgängerzone haben ihre stärksten Tage samstags (Kundenfrequenz: 138, unter der Woche: 134). In den Geschäften, die an Straßen liegen, ist es umgekehrt: Unter der Woche kommen im Schnitt 84 Kunden ins Geschäft, samstags nur 59.

Besondere Aktionen helfen dem Einzelhandel, davon ist das Gros überzeugt. 74 Prozent der Geschäfte in der Fußgängerzone beteiligen sich an verkaufsoffenen Sonntagen (befahrener Innenstadtbereich: 55 Prozent). „Von denen, die sich beteiligen, machen 70 Prozent Aktionen im Geschäft, beispielsweise einen Sektempfang oder ein Gewinnspiel“, berichtet Giesen. „Nur knapp 20 Prozent weisen aber mit einem Stand vor der Tür auf diese besonderen Shopping-Erlebnisse hin.“ Wirtschaftsförderer Thomas Küppers: „Wir würden uns wünschen, dass noch mehr Händler, Gastronomen und Dienstleister die Chance sehen, sich pro-aktiv im Laden oder vor dem Geschäft zu beteiligen.“

Die großen Veranstaltungen wie Martinsmarkt, Viersener Note oder der Stadt-Land-Markt werden von den Einzelhändlern gut angenommen. „Ich habe gefragt, wie zufrieden die Einzelhändler mit den Veranstaltungen sind“, berichtet Giesen. „Die Bestnote – 3,8 von
4 möglichen Punkten – erhielt der Martinsmarkt, gefolgt von der Viersener Note (3,7) und dem Stadt-Land-Markt (3,5).“ Das Weihnachtsgebimmel, das im vergangenen Jahr seine Premiere feierte, kommt auf einen Wer von 2,9. Auffällig: Während der Martinsmarkt von den Geschäftsleuten in der Fußgängerzone besser bewertet wurde als von denen an befahrenen Straßen, vergaben diese Händler den anderen Märkten durchgehend bessere Noten als die Einzelhändler in der Fußgängerzone. Die deutlichsten Umsatzsteigerungen attestierten die Einzelhändler dem Martinsmarkt, gefolgt von der „Viersener Note“, dem Stadt-Land-Markt und dem Weihnachtsgebimmel.

Eindeutig fällt das Votum bei der Frage aus, ob vier weitere bespielte Samstage den Viersener Einzelhandel stärken würden: 89 Prozent der Geschäftsleute in der Fußgängerzone und 83 Prozent der Einzelhändler an befahrenen Straßen antworteten mit „Ja“. 23 Prozent wünschten sich ein zusätzliches Musikangebot, wichtig war 18 Prozent, dass das Programm für alle Altersklassen attraktiv ist, 13 Prozent plädierten für zusätzliche Märkte.

Vorschläge für die zusätzlichen Samstage machten die Alt-Viersener Einzelhändler auch. Auf der Wunschliste ganz vorn: ein Street-Food-Festival, gefolgt vom Wunsch nach einer Musikveranstaltung und einem Weihnachtsmarkt.