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Was Schwalmtal und Niederkrüchten in naher Zukunft planen

Neujahrsempfänge der Gemeinden : Was Schwalmtal und Niederkrüchten planen

Bei den Neujahrsempfängen warfen die Bürgermeister einen Blick in die nähere Zukunft – und zeichneten verdiente Ehrenamtler aus.

Optimismus, Begeisterung und Freude: Der Neujahrsempfang in der Achim-Besgen-Halle bot davon viel. Optimistisch gab sich Schwalmtals Bürgermeister Michael Pesch (CDU) bei seinem Blick auf das Jahr 2020. In der Gemeinde werde sich die Wirtschaft erfolgreich entwickeln und damit wichtige Steuereinnahmen bringen. Als Beispiel nannte der Bürgermeister die Flächen der früheren Rösler Draht AG, die der Investor MLP entwickeln will: Auf zwölf Hektar soll der Business-Park Niederrhein entstehen, dadurch sollen mehrere hundert Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Firma Betafence werde zur Ecke Heerstraße/Eickener Straße umziehen, so dass auch diese Jobs erhalten blieben. Zudem wolle in Waldniel das Immobilienunternehmen Hillwood eine Gewerbefläche entwickeln. Auf rund 13.000 Quadratmetern sollen zwischen der Industrie- und der Dülkener Straße drei Mieter Platz finden, das übrige Areal werde die Firma Vetten nutzen. Pesch kündigte zudem Investitionen in Infrastruktur und Bildung an: So soll 2020 auf dem früheren Weuthen-Gelände eine vierzügige Einrichtung gebaut werden, drei Gruppen gehören zum Heilpädagogischen Zentrum Krefeld/Viersen. Gebaut werde auch eine Mensa an der Gemeinschaftsgrundschule Waldniel, die Erweiterung der Verwaltung der Janusz-Korczak-Realschule stehe kurz vorm Ziel. Fortgesetzt werde die Digitalisierung der Schulen ebenso wie die Entwicklung der Baugebiete Burghof IV. „Bereits im Februar wird die Deutsche Glasfaser mit dem Ausbau für den Anschluss an das schnelle Glasfasernetz beginnen“, kündigte Pesch an. Begeistert applaudierten die rund 250 Gäste bei der Übergabe der Ehrenamtspreise: Einer ging stellvertretend für alle Schwalmtaler Sternsinger an die kleinen Könige und Sternträger der Pfarre St. Michael. Freude zeigten auch Michael Miazek, der für seinen Einsatz für den Sportverein Apollo 11 Lüttelforst geehrt wurde, und das Tambourcorps Schwalmtal-Amen: Für die Musiker nahm Vorsitzender Martin Sartingen den Preis entgegen. Dann war es an Michael Pesch, gerührt zu sein: Sein Stellvertreter Karl van de Flierdt dankte ihm für seinen Einsatz. Für Pesch war es der letzte Neujahrsempfang, da er bei der Kommunalwahl nicht erneut antreten wird. Bei Sekt mit Schwalmfee-Likör und Brezeln blieb Zeit für Gespräche. Reißenden Absatz fand die Chronik, die zum 50-jährigen Bestehen Schwalmtals gratis verteilt wurde.

Niederkrüchtens Bürgermeister Kalle Wassong mit den Ehrenamtlerinnen der Altenstube. Foto: Birgit Sroka

Das Ehrenzeichen 2020 der Gemeinde Niederkrüchten wurde den Helferinnen der Altenstube Oberkrüchten durch Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) und seine Stellvertreter Marion Schouren, Marianne Lipp und Marco Goertz überreicht. Seit 1976 gibt es von Oktober bis April eine monatliche Altenstube für über 60-jährige Bürger aus Oberkrüchten im dortigen Pfarrheim. Margret Backhaus, Marlies Baumgarten, Regine Beecker, Gisela Cloudt, Aenne Coenen, Irene Coenen und Stefanie Sowa versorgen die Senioren mit Kaffee und Kuchen. „Die von 50 bis 60 Personen besuchte Altenstube ist aufgrund des ehrenamtlichen Engagements der Damen zu einer festen Einrichtung im dörflichen Leben geworden“, lobte der Bürgermeister  und lud die Damen zu einem gemeinsamen Ausflug nach Aachen ein. Aenne Coenen (85) ist die einzige noch lebende Helferin seit der ersten Stunde. In seiner Neujahrsansprache ging Wassong auf den Gemeindeentwicklungsplan „Kompass 2035“ ein, mit dem Niederkrüchten zu einem hochwertigen, innovativen und attraktiven Gewerbestandort entwickelt werden soll, mit bedarfsgerechten Wohn- und Lebensbedingungen. Im Masterplan Wohnen wurde festgestellt, dass bis 2035 1060 kleinteilige Wohneinheiten entstehen sollen. „Eine Ergänzung des Masterplans um die Frage, inwieweit in anderen Ortschaften außerhalb von Elmpt und Niederkrüchten Erweiterungen von Siedlungsflächen möglich, sinnvoll und fachlich begründbar sind, ist in Auftrag gegeben und wird im Frühjahr veröffentlicht“, kündigte Wassong an. Leerstände und Baulücken müssten genutzt werden, um Wohnraum zu schaffen. Dazu sind je eine neue Kita in Elmpt und Niederkrüchten in Planung, und die katholische Grundschule Niederkrüchten werde nach jetzigem Stand der Dinge rechtzeitig zum Schuljahresbeginn im August ihren Betrieb im neugestalteten Gebäudekomplex der früheren Hauptschule aufnehmen. Auch auf mangelnden Wohnraum für Senioren im Ort ging Wassong ein: „Hier sind wir gefordert und entwerfen unter anderem mit der GWG des Kreises Viersen, der Stiftung des Altenheims St. Laurentius und anderen möglichen Investoren konkrete Konzepte. Wir wollen dabei keine reinen Altensiedlungen entstehen lassen.“ Außerdem stellte er das Mobilitätskonzept der Vital-Region Schwalm-Mittlerer Niederrhein vor. Mit einem größeren E-Fahrzeug und ehrenamtlichen Fahrern sollen Menschen mit Beeinträchtigungen gegen einen kleinen Betriebskostenzuschuss etwa zum Arzt, zur Bank oder zum Einkaufen gefahren werden.