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Was Brüggen mit der ältesten Kaltzeit zu tun hat

Geologische Forschung : Was Brüggen mit der ältesten Kaltzeit zu tun hat

Für die Brüggener Ortsgeschichte hat sich der Geologe Reinhold Roth mit den Bodenverhältnissen dort beschäftigt. Welche Besonderheit er über die Burggemeinde herausfand.

Ende 2021 wird eine umfassende Brüggener Ortsgeschichte erscheinen. Zahlreiche Experten sind mit ihren Untersuchungen und Forschungsergebnissen daran beteiligt.

So auch Reinhold Roth, bis Ende Juni beim Geologischen Dienst Nordrhein-Westfalen angestellt. Er ist 1955 in Hemer im Sauerland geboren, hat in Münster Bodenkunde und Geologie studiert und trägt die Bezeichnung „bodenkundlich spezialisierter Geologe“.

Roth beschreibt die Bodenverhältnisse und die Geologie. Daraus lassen sich viele Dinge ablesen, beispielsweise die Lebensverhältnisse der Brüggener, womit sie ihren Lebensunterhalt verdienten und vieles mehr. Übrigens ist Brüggen eine echte Berühmtheit unter geologischen Aspekten: Hier wurde die älteste Kaltzeit des Erdzeitalters festgestellt. Die Eiszeitforscher benannten sie in den 1950er Jahre sogar genauso: „Brüggen-Kaltzeit“.

.Roths Beitrag ist bereits fertiggestellt. „Das Besondere für Brüggen ist, dass die Burggemeinde auf kleinstem Raum die unterschiedlichsten Kulturräume aufweist“, erklärt der Geologe. Dazu gehören etwa der Brachter Wald, die Nette-Ebene und auch der Schwalmbruch.

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Wie der Boden in einer Gemeinde beschaffen ist, hat viel damit zu tun, wie sich die Menschen und damit der Ort wirtschaftlich entwickeln kann. So gibt es die nährstoffarmen, sauren Podsole, die forstwirtschaftlich genutzt werden können. Aus Sandlöss haben sich die Grundlagen für Ackerstandorte entwickelt. Torf entstand durch Moore, die durch den Rückstau der Schwalm begünstigt wurden. Der Borner See beispielsweise ist ein alter Torfstich. Besonders wichtig für die Entwicklung von Brüggen waren natürlich die reichen Tonvorkommen.

Die Gegend rund um Brüggen ist gut kartiert, erklärt er. Um einen Boden zu untersuchen, braucht man einen Spaten,  einen Bohrstock und ein kleines Team von Mitarbeitern. Tiefbohrungen sind nicht nötig: „Zwei Meter sind spannend genug“, sagt der Geologe. „Da kann man eine Menge erkennen.“ Zum Beispiel, dass manche Böden durch eine Heidekrautversauerung stark verarmt sind.

Viele Besonderheiten gibt es in Brüggen: Das  wird Roth ausführlich in seinem Beitrag zur Brüggener Ortsgeschichte darlegen. Zum Beispiel die hohe Konzentration von wertvollen Biotopen rund um Brüggen, die es möglich machten, dass sich dort  Biber ansiedelten.