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Was Brüggen für den Klimaschutz tun könnte

Klimaschutz in Brüggen : Was die Gemeinde für den Klimaschutz tun könnte

Bei Photovoltaik sehen Energie-Experten die größten Möglichkeiten für die Gemeinde, um perspektivisch die Emissionen an Treibhausgasen zu reduzieren.

Mehr E-Lade-Stationen für Autos auf Parkplätzen im Gemeindegebiet, Cluster von Photovoltaik-Anlagen in neuen Baugebieten, neue Blühstreifen und Wildbienenwiesen, die Begrünung von Dach und Reserveflächen in Gewerbegebieten oder eine Baumsatzung: Das sind nur einige der 61 Vorschläge, die Teilnehmer auf einer Online-Karte für Brüggen markiert haben. Kreisweit wurden 599 Beiträge und 2500 Meldungen zum Klimaschutz eingereicht.

Zu den Bürger-Ideen, die Raimund Tippkötter von der Agentur „Energielenker“ im Ausschuss für Bauen, Infrastruktur und Klimaschutz vorstellte, gehören außerdem „Beratungsangebote zu erneuerbaren Energien, nachhaltigere Industrie,  mehr Radverkehrsinfrastruktur und besserer ÖPNV.

 Die Ergebnisse dieser virtuellen Umfrage werden in die Fortschreibung des integrierten Klimaschutzkonzepts einfließen. Dieses Konzept lässt der Kreis Viersen mit fünf Partnern– den Städten Tönisvorst und Viersen sowie den Gemeinden Brüggen, Niederkrüchten und Grefrath – gerade aktualisieren. Es soll  zu 25 Maßnahmen führen, mit denen der Kreis Viersen und seine Partner 2045 klimaneutral werden können.

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Wie das Verfahren abläuft, erläuterte Raimund Tippkötter: Bisher sei  die Energie- und Treibhausgas-Bilanz der einzelnen Kommunen analysiert, Potenzialanalysen erstellt und Zukunftsszenarien entwickelt worden. Um die 25 Maßnahmen erarbeiten zu können, fanden neben der virtuellen Ideen-Sammlung Workshops auf kommunaler Ebene statt, etwa zu Mobilität und erneuerbare Energien. Dies, ergänzt um Beispiele aus der Praxis, wird in einem Abschlussbericht zusammengefasst.

Beim Blick auf die Treibhausgas-Bilanz (pro Tonne pro Einwohner) zeigt sich auch: So richtig viel hat sich nicht getan. Betrug die Summe in Brüggen 2014 noch 8,91 Tonnen, lag sie vier Jahre später nur geringfügig darunter (bei 8,61 Tonnen). Am stärksten war der Rückgang bei Privathaushalten (2,91 Tonnen statt 3,21 Tonnen). Um die Treibhaus-Emissionen  zwischen Kommunen vergleichen zu können, wird deren Wert in privaten Haushalten,  kommunalen Einrichtungen, Verkehr, Industrie und im Dienstleistungssektor berücksichtigt. Nicht berücksichtigt  werden die Treibhaus-Emissionen in Abfall- und Landwirtschaft sowie bei Prozess-Industrie.

Für Brüggen machte Raimund Tippkötter Potenzial bei der Nutzung von Photovoltaik aus: „Da ist noch jede Menge Luft“. Es sei zudem eine große Aufgabe, die Menschen in der Gemeinde Brüggen (wie auch im gesamten Kreis Viersen) dazu zu bewegen, ein sparsameres Verhalten einzunehmen. „Sie müssen die Bürger und Firmen mitnehmen“, appellierte Raimund Tippkötter. Bei ihnen müssten Interesse für das Thema  und  Begeisterung geweckt werden.

(busch-)