Viersen: "Wagenengel" gesucht

Viersen: "Wagenengel" gesucht

In dieser Session müssen die Organisatoren der Karnevalszüge strengere Auflagen befolgen. Vor allem geht es um mehr Helfer, die für die Sicherheit der Zuschauer sorgen.

Seit der Katastrophe von Duisburg sind die kommunalen Behörden sensibler geworden, wenn es um so genannte Massenveranstaltungen geht. Zu solchen zählen auch die großen Karnevalszüge, von denen es in Viersen immerhin drei gibt: am Tulpensonntag in Alt-Viersen, am Rosenmontag-Morgen in Süchteln und am Nachmittag in Dülken.

Viele tausend Menschen werden wieder als Zuschauer erwartet, und so hat auch die Stadt Viersen einen Katalog von Bedingungen zusammengestellt, die es zu erfüllen gilt, damit die Züge überhaupt ihren Weg nehmen dürfen.

Besonderheiten abgestimmt

Rund 40 Punkte liegen — jeweils auf den Stadtteil und seine Besonderheiten abgestimmt — den Zugleitern Elmar Orta für Alt-Viersen, Markus Ophei für Süchteln und Wolfgang Vagts für Dülken vor. Verantwortlich für die Organisation sind der Festausschuss Viersener Karneval, der Festausschuss Süchtelner Karneval und der Vaterstädtische Verein Dülken.

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Dessen Präsident Erich Schmitz sieht vieles gelassen: "Viele Dinge, die jetzt herausgestrichen werden, haben wir schon seit Jahren beachtet. Die Zuggenehmigung, die uns am 30. Januar überreicht wurde, enthält allerdings einige Bedingungen, für deren Erfüllung wir praktisch keine Zeit mehr hatten."

Es geht vor allem um die so genannten "Wagenengel": Helfer, die jedes Fahrzeug im Zug begleiten müssen. In Dülken ist dies schon lange üblich. Allerdings waren dies meistens Mitglieder der Vereine, die statt auf den Wagen in vollen Kostümen nebenher liefen. Das wird künftig nicht mehr möglich sein, denn an jeder Fahrzeugseite muss an jeder Achse ein Wagenengel in einer Warnweste laufen, um zu verhindern, dass die Zuschauer zu dicht an die Wagen oder sogar unter einen Wagen geraten — was allerdings in Gesamt-Viersen noch nie passiert ist. "Da kommen bei den Prunkwagen, die von einem Traktor gezogen werden, schnell acht bis zehn benötigte Helfer zusammen", rechnet Schmitz vor.

Und das kann keine der drei Organisationen ohne Hilfe von außen stemmen. Der Vaterstädtische Verein stellt zum Beispiel 45 eigene Helfer, doch benötigt werden rund 80. Wenn nicht genügend Helfer zur Verfügung stehen, könnte das Ordnungsamt der Stadt den einen oder anderen Wagen herausnehmen. Und das wäre doch wirklich schade! So rufen sie Vereine — bevorzugt die großen Sportvereine — aber auch Privatpersonen zu Hilfe, die so einmal in einem Karnevalszug mitmarschieren können, ohne einem Verein anzugehören.

Außerdem erhält jeder Helfer - oder der Verein - einen kleinen Obolus. Wer sich als "Wagenengel" zur Verfügung stellen möchte, sollte sich schnell bei den Organisatoren melden: Elmar Orta, Ruf: 02162 970050, E-Mail: e.orta@orta-stb.de; Markus Ophei, mobil: 0178 3524950; Erich Schmitz, mobil 0172 2402739, E-Mail: schmitz.vaterstaedtischer@online.de

Hier geht es zur Bilderstrecke: So schön war der Rosenmontagszug in Dülken 2011

(flo)
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