Brüggen: Vor Hotel-Bau wird der Geruch geprüft

Brüggen: Vor Hotel-Bau wird der Geruch geprüft

Ein Investor will am Westring in Brüggen ein Hotel mit 100 Zimmern bauen. In unmittelbarer Nähe liegt die Kläranlage. Über diesen Umstand und die Zahl der Stellplätze wurde jetzt im Bauausschuss diskutiert

Auf dem Schotterparkplatz gegenüber der Burggemeindehalle am Brüggener Westring soll ein Hotel gebaut werden. Ein Investor möchte ein 100-Betten-Haus errichten, das im Erdgeschoss Konferenzräume bietet, im ersten und zweiten Stock dann Zimmer. Auf einem Teil des Gebäudes soll ein viertes Geschoss für Zimmer hinzukommen sowie für technische Anlagen. Ob dieser teilweise Aufsatz als viertes Vollgeschoss zählt, will die Gemeindeverwaltung noch prüfen.

Bis zur Oberkante des dritten Obergeschosses rechnen die Planer bislang mit einer Höhe von 12,98 Metern. "Das ist natürlich eine ziemliche Bauhöhe für Brüggen, das muss man sagen", stellte Bauamtsleiter Dieter Dresen am Donnerstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Bauen und Klimaschutz fest. Mit Blick auf andere große Gebäude am Westring halte man diese Größe aber für städtebaulich vertretbar. Zum Vergleich: Die Gesamtschule ist 14,50 Meter hoch, die Burggemeindehalle 12,12 Meter.

In der Sitzung stellte die Verwaltung den aktuellen Stand der Planung für das neue Hotel vor. Damit es gebaut werden kann, müssen der Bebauungsplan und der Flächennutzungsplan geändert werden. Planerisch soll dort ein Sondergebiet mit der Zweckbestimmung "Hotel" festgesetzt werden. Demzufolge darf dort auch nur ein Hotel gebaut werden, nichts anderes.

Bauamtsleiter Dresen legte in der Sitzung dar, welche Änderungen sich in der Planung in den vergangenen Monaten ergeben haben. Er konnte berichten, dass sich Anfang der Woche ein Betreiber für das Hotel gefunden habe, der sich bereits vertraglich gebunden habe. Vorgesehen sei ein reines Hotel garni, also nur mit Frühstück, sowie eine Bar. "Insbesondere die Gastronomie wird da Synergien mitnehmen", ist der Bauamtsleiter überzeugt.

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Dresen erläuterte, dass statt der zunächst vorgesehenen 200 Stellplätze nun 153 geplant seien. Gehe man davon aus, dass das Hotel für seine Gäste etwa 40 bis 50 Plätze benötige, stünden immer noch 100 bis 110 öffentliche Stellplätze zur Verfügung. Da Parkraum in Brüggen begehrt ist, stellte er außerdem in Aussicht, auf der gegenüberliegenden Seite am Schulzentrum weitere Parkmöglichkeiten einzurichten.

Im Rahmen des Verfahrens werden nun verschiedene Aspekte untersucht. So wird ein Artenschutzgutachten erstellt, ein Bodengutachten, ein schalltechnisches Gutachten. Weil in unmittelbarer Nähe des geplanten Hotels das Klärwerk liegt, wird auch ein Geruchsgutachten erstellt. Der Geruch, der von dort komme, sei "manchmal nicht ganz einfach", gab Winfried Goertz (CDU) im Ausschuss zu bedenken: "Wenn man da steht, gibt es schönere Gerüche, die man wahrnehmen kann." Insgesamt sei die CDU-Fraktion aber "sehr glücklich" mit der Planung, erklärte Goertz. Auch Ulrich Siebert (Grüne) betrachtet den Geruch des Klärwerks als kritisch. Das Hotel selbst sei "für uns als Tourismusgemeinde ein Gewinn". Um einen möglichen Stellplatz-Mangel auffangen zu können, schlug Siebert vor, den Schulhof bei Großveranstaltungen zum Parken zu öffnen. Gottfried Optenplatz (SPD) schätzte den Bau als "städtebaulich vertretbar" ein. Er sprach sich ebenfalls dafür aus, in der Nähe weitere Stellplätze zu schaffen.

Der Ausschuss stimmte dem Planentwurf einstimmig zu. Ebenso einstimmig beschloss er, die Planunterlagen für einen Monat öffentlich auszulegen. Innerhalb der Frist können Bürger Anregungen geben.

(RP)