Vom Internet-Startup zum Möbel-Filialisten

Einzelhändler in Viersen-Dülken : Vom Internet-Startup zum Möbel-Filialisten

Seit 2015 verkauft Fatmir Bunjaku Einzelstücke fürs Zuhause bei „Feeling4home“ an der Viersener Straße. Angefangen hat er mit einem Internetgeschäft und kleinen Holzmöbeln. Jetzt betreibt Bunjaku vier Geschäfte.

Sessel, Sofas, Tische, Spiegel und Schränke: Wie ein Labyrinth aus Esszimmern, Sitzecken und Deko wirkt die Halle, in der „Feeling4Home“ in Dülken an der Viersener Straße liegt. Es herrscht eine Atmosphäre wie in einer Boutique – nur nicht für Kleider, sondern für Möbel. Angefangen hatte das Möbelgeschäft aber mit kleinen Holzartikeln im Internet.

Gegründet haben Bunjaku und seine  Ehefrau Helen Seeger-Meiss den Möbelhandel 2015. „Vorher hatten wir im Internet angefangen, Beistelltische und anderen Kleinigkeiten aus Holz zu verkaufen“, sagt Bunjaku, der aus dem ehemaligen Jugoslawien stammt. „Im Kosovo gibt es viele talentierte Handwerker, daher kam auch die Idee, diese Sachen zu verkaufen“, sagt der 54-Jährige.

Mittlerweile hat das Unternehmen Filialen in Düsseldorf, Krefeld und Viersen. „Für den Standort in Viersen sind wir mittlerweile in Gesprächen wegen einer Vergrößerung“, sagt Bunjaku. Denn der Standort sei beliebt, gut besucht, auch Kunden aus den Niederlanden seien regelmäßig zu Gast.

„Die Tische, Sofas und Stühle produzieren wir selbst“, sagt Inhaber und Geschäftsführer Fatmir Bunjaku. „Die anderen Möbelstücke kaufen wir bei verschiedenen Händlern ein.“ Wichtig ist dem Paar, dass es nachhaltig produzierte Möbel verkauft, „für uns werden keine Wälder abgeholzt“, sagt Fatmir Bunjaku. Dabei würden er und Seeger-Meiss auf einen Stilmix achten, der verschiedene Geschmäcker anspricht. Rustikal, edel, modern: Ausgefallene Holztische treffen auf schlichte Sessel, Sofas und Teppiche in Erdtönen auf andere Stücke in Rosa, Weintönen, Schwarz oder Petrol. Auf knapp 1000 Quadratmetern gibt es in Dülken neben den Möbelstücken auch jede Menge Deko. Bunjaku: „Um die kümmert sich hauptsächlich meine Frau.“

Doch neu sind Bunjaku und Seeger-Meiss in der Selbstständigkeit nicht. „Meine Frau hat Ende der 1980er-Jahre eine Firma für Solarzellenenergie aufgebaut“, sagt Bunjaku. Gemeinsam hätten sie Projekte betreut, bei denen schon der geringste Fehler für eine Katastrophe sorgen könnte. „Wir mussten immer sehr genau und zuverlässig arbeiten, das hat uns auch beim Etablieren im Möbelgeschäft geholfen.“ Denn als der Staat die ersten Subventionen strich, „haben wir das deutlich gespürt“.

Fatmir Bunjaku und Helen Seeger-Meiss, die vier Kinder haben (22, 20-jährige Zwillinge, 16), mussten sich etwas überlegen und kamen im Urlaub auf eine Idee, „als wir auf die wunderbaren Holzarbeiten dort stießen“. Im Kosovo hat die Familie ein Ferienhaus, Fatmir Bunjaku selbst ist im ehemaligen Jugoslawien geboren. Er studierte Sport, wurde von der Armee eingezogen und im Krieg verwundet. „Ich bin nach Deutschland gekommen, um gesund zu werden“, sagt Bunjaku, der sich schließlich Hals über Kopf verliebte – in Helen Seeger-Meiss. Die Kontakte in die Heimat aber blieben, die Verbindung zu Land und Leuten.

In den ausgestellten Arrangements finden sich Möbelstücke in verschiedenen Preisklassen. Von kleineren Stücken, die als Akzente im Raum dienen, bis hin zu massiven Holztischen für Wohn-, Arbeits- oder Esszimmer gibt es in der Viersener Halle viel zu entdecken. Während einzelne Sessel, kleine Tische oder Dekoartikel auch in niedrigen Preisklassen zu finden sind, gibt es auch richtige Prunkstücke: Wandhohe, mit gemusterten Rahmen eingefasste Spiegel, massive Kommoden, ausgefallene Lampen oder riesige Sofalandschaften. Bunjaku: „Dadurch, dass wir versuchen, möglichst direkt bei Herstellern zu kaufen, können wir viele Möbel zu den bestmöglichen Preisen anbieten.“ Trotzdem seien alle Möbelstücke im Geschäft Unikate: „Wir verkaufen hier nichts von der Stange.“

Viele Kunden kämen oft aber auch, um sich Inspiration zu holen und in Kontakt zu bleiben. Bunjaku: „Menschen ist es immer noch sehr wichtig, persönlich mit jemandem zu sprechen.“ So gebe es auch Kunden aus Düsseldorf, die in die Viersener Filiale kämen – nur, um das Team persönlich zu sehen und nach Neuigkeiten zu schauen.

Vor allem in der Vorweihnachtszeit gehe es im Geschäft jedoch nicht nur um Umsatz. „Wir nutzen immer wieder Gelegenheiten, um uns auch für den guten Zweck zu engagieren“, sagt Bunjaku. Nicht nur Geldspenden seien da eine Möglichkeit – jüngst habe das Möbelgeschäft einer Kinderbetreuungseinrichtung in Krefeld einen großen Tisch geschenkt, an dem die Kinder malen und basteln können.

In der eigenen Firma sei ihm ein offenes und familiäres Miteinander wichtig, sagt Bunjaku: „Wenn wir jemanden einstellen, dann muss er zum gesamten Team passen.“