1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Viersen: Vom Casinogarten zur besseren Stadt

Viersen : Vom Casinogarten zur besseren Stadt

Vor dem Hintergrund der geplanten Umgestaltungen im Casinogarten hat sich in der Kreisstadt eine neue Initiative gegründet. Unter dem Titel "Wir sind Viersen!" wollen sich Bürger für eine bessere Stadt stark machen.

Als Tröpfchen, das das Fass zum Überlaufen brachte, bezeichnet Oliver Wasseige die geplanten Umgestaltungen im Viersener Casinogarten. "In Facebook gibt es einige Gruppen, die verfolgen, was Verwaltung und Politik planen beziehungsweise durchziehen und wie die Bürger dazu stehen", erklärt Wasseige. Die vorgesehenen Fällungen von alten Bäumen im Casinogarten, um die Parklandschaft umzugestalten, ließen den 35-Jährigen nun über Facebook hinaus aktiv werden. Am 16. Juni gründete er die Initiative "Wir sind Viersen! Bürgerinitiative für eine bessere Stadt".

Zur Gründungsversammlung kamen zwölf Bürger, jetzt sind es schon 105 Frauen und Männer, die "nicht mehr hinnehmen wollen, dass Entscheidungen einfach über die Köpfe der Bürger hinweg getroffen und sie nicht wirklich beteiligt werden", wie es Wasseige beschreibt. Als aktuelle Beispiele führt der Viersener den geplanten Obi-Baumarkt, die Planungen am St.-Florian-Platz und die Umgestaltung des Casinogartens samt Hermann-Hülser-Platz sowie die evangelische Kirche an.

  • Viersen : Den Casinogarten trifft es am härtesten
  • Viersen : Gesamtschule: Die Bäume bleiben stehen
  • Viersen : Viersener machen Sport im Park

Wasseige betont, dass man keine Krawall- oder Dagegen-Bewegung sei, sondern einfach die Rechte der Bürger auf Mitbestimmung einfordere. Die Bürger sollen mit ins Boot genommen werden. Bezugnehmend auf die derzeitigen Bürgerbeteiligungen spricht Wasseige von Alibi-Veranstaltungen, die aufgrund der gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden müssten, aber "die letztendlich überhaupt nichts bewegen. Die städtischen Pläne sind da und werden umgesetzt — egal, was die Bürger meinen", sagt Wasseige. Diese Befürchtung hat die Initiative nun auch für den Casinogarten samt dem weiteren Umfeld in der Südstadt.

Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann hat daher schon fleißig recherchiert. Er sprach mit vielen Bürgern, die den Park besuchen, und beobachtete deren Nutzungsverhalten. Überall habe er erfahren: Die Viersener lieben ihren Park mit den großen alten Bäumen, wünschen sich aber oft einfach mehr Pflege des Strauchwerks. Zudem durchforstete Wasseige das Stadtarchiv nach alten Bildern des Casinogartens.

"Die 1953 angelegten Wasserbecken gibt es zum Beispiel noch. Sie wurden in den 70er-Jahren lediglich zugeschüttet. Anschlüsse, Becken — alles ist noch vorhanden. Warum aktiviert man diese nicht, wenn man Wasserspiele im Park haben möchte?", fragt er sich. "Der Park bräuchte nur richtige Pflege und nicht den Wildwuchs, wie wir ihn jetzt teilweise haben. Wieso ist das Geld für Umgestaltungen da, aber nicht für Pflege? Wobei ich glaube, dass engagierte Bürger sicherlich bereit wären, sich einzubringen", meint er. "Wir sind Viersen!" möchte die Bürger nun motivieren, sich zu engagieren und mitzureden. "Denn nur moppern bringt nichts", sagt Wasseige.

(tref)