Viersen: Volksbank Viersen: 6 Prozent Dividende

Viersen : Volksbank Viersen: 6 Prozent Dividende

Trotz Niedrigzinsphase stimmten Aufsichtsrat und Vertreter für die Beibehaltung der Dividende von sechs Prozent an die Anteilseigner zu. Kritik gab es an einer Satzungsänderung, die die Übertragung von Anteilsscheinen erschwert

Trotz Niedrigzins-Phase: Die Dividende von sechs Prozent für die Genossen der Volksbank Viersen bleibt auch in diesem Jahr für 2017 bestehen. Die insgesamt 472.870,66 Euro wurden gestern auf die Konten der Anteilseigner überwiesen. "Eigentlich passen die bisher erhaltenen sechs Prozent Dividende nicht mehr in die Welt", erklärte Volksbank-Vorstand Michael Willemse.

"Wir haben sehr intensiv mit dem Aufsichtsrat diskutiert." Letztlich habe der aber der Ausschüttung trotz eines leicht gesunkenen Bilanzgewinns zugestimmt. Da gab es Applaus im Bürgerhaus Dülken, in das die Volksbank traditionell zu ihrer Vertreterversammlung einlädt. "Ob die sechs Prozent allerdings auch in Zukunft gehalten werden können, ist fraglich", erklärte Willemse.

Die Welt der Kreditinstitute befindet sich im Umbruch. "Für das Jahr 2018 heißen bei der Volksbank Viersen deshalb die drei wichtigsten Themen Digitalisierung, Digitalisierung, Digitalisierung", erklärte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Cleven. "Schon jetzt haben wir die Erfahrung gemacht, dass kaum etwas schlimmer ist, als wenn das Online-Banking mal nicht funktioniert", berichtete er. Die Genossenschaftsbank hat reagiert: Alle Mitarbeiter wurden in der Bedienung von Smartphones geschult, seit einem Vierteljahr kann das Gespräch mit der Bank auch per WhatsApp geführt werden, in den Filialen gibt es freies W-Lan. Und der Internetauftritt wurde zu einer Online-Geschäftsstelle ausgebaut.

Daneben investiert die Volksbank in diesem Jahr in die Modernisierung ihrer Zentrale am Neumarkt in Dülken. "Im Juni ist Baustart", berichtete Cleven. Zunächst wird das Erdgeschoss modernisiert; während der Bauphase wird der Haupteingang in den hinteren Gebäudeteil verlegt. Während der Bauphase wird neben dem jetzigen Haupteingang ein Geldausgabeautomat installiert, der rund um die Uhr zugänglich ist.

Kritik gab es an einer Satzungsänderung, die die Übertragung von Volksbank-Anteilen an Ehepartner oder Kinder vom Votum des Vorstands abhängig macht. 100 Vertreter stimmten dafür, vier dagegen, einer enthielt sich. Die neue Satzung erschwert auch spontane Kandidaturen für den Aufsichtsrat. Vorschläge müssen künftig eine Woche vor der Vertreterversammlung gemacht werden. Einstimmig wurden drei Aufsichtsratsmitglieder wiedergewählt, deren Amtszeit turnusgemäß endete: Anne Kolanus, Winfried Schönberg und Bernd Wolfs nahmen die Wahl an, werden ihre Arbeit für drei Jahre fortsetzen.

(mrö)
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