Virtuelle Gedenkstätte in Viersen feierlich in Betrieb genommen

Stadthaus Viersen : Virtuelle NS-Gedenkstätte feierlich in Betrieb genommen

Unter Federführung des „Vereins zur Förderung der Erinnerungskultur Viersen 1933–1945“ ist eine „Virtuelle Gedenkstätte“ entstanden. Der webbasierte Stadtrundgang widmet sich der Zeit der Nazidiktatur.

Die Schirmherrschaft über die Eröffnungsveranstaltung im Foyer des Stadthauses übernahm die städtische Beigeordnete Çigdem Bern.

Bern sagte in ihrem Grußwort, dass so viele Menschen in das Stadthaus gekommen seien, zeige das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger an diesem Thema. Ihr sei es eine besondere Ehre, Schirmherrin der Veranstaltung zu sein. Es sei erschreckend, dass 74 Jahre nach dem Ende des Nazi-Terrors noch immer und schon wieder Antisemitismus, Holocaust-Leugner und Rassismus versuchten, die Gesellschaft zu vergiften. Die jüngsten Ereignisse in Halle seien nur ein Beispiel. Dort soll ein 27-Jähriger aus antisemitischen Motiven versucht haben, am 9. Oktober in die Synagoge einzudringen, um „möglichst viele Personen jüdischen Glaubens töten“. Aufgrund der gesicherten Tür des Gebäudes gelang es dem Attentäter nicht, in die Synagoge einzudringen. Stattdessen soll Stephan B. zwei Passanten, eine 40-jährige Frau und einen 20-jährigen Mann, erschossen haben.

Weiter sagte die Beigeordnete: „Wir sind eine Stadt, die ihr Gestern kennt und wir bekennen uns zu unserer Vergangenheit. Auch hier in unserer Stadt ist großes Unrecht geschehen.“ Je weniger Holocaust-Überlebende es gebe, die persönlich ihre Geschichte erzählen, desto schwieriger werde die Annäherung an das Unfassbare – und umso wichtiger würden Gedenkstätten, so Bern.

Sie dankte dem Verein und seinem Vorsitzenden Mirko Danek, der Volkshochschule, der Lebenshilfe Kreis Viersen und der Johannes-Kepler-Schule, die das Projekt unterstützen. Bern lud alle Bürger, insbesondere die Schulen, dazu ein, die virtuelle Gedenkstätte zu nutzen. Dies sei wichtig, „denn Zukunft braucht Erinnerung!“. RP

Virtuelle Gedenkstätte Im Stadthaus können sich die Besucher noch bis 24. November auf Schautafeln zu zentralen Inhalten informieren und auf einem Touchmonitor die virtuelle Gedenkstätte erleben. Im Internet ist sie unter www.vg-viersen.de zu finden.

(RP)
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