Viersen Viersener Kurve: Stadt schmiedet Allianz

Viersen · Die Stadt Viersen sucht den Schulterschluss mit anderen Städten und Gemeinden, um die ungeliebte "Viersener Kurve" durch den Stadtteil Rahser zu verhindern. Genaueres soll der neue Arbeitskreis besprechen, der im Mai erstmals tagt

 Güterzüge mitten durchs Rahser? Zumindest in einer Fußnote zum Bundesverkehrswegeplan ist festgelegt, dass eine "stadtverträgliche Alternativroute geprüft" werden soll. Ob die auch umgesetzt wird, ist ungewiss.

Güterzüge mitten durchs Rahser? Zumindest in einer Fußnote zum Bundesverkehrswegeplan ist festgelegt, dass eine "stadtverträgliche Alternativroute geprüft" werden soll. Ob die auch umgesetzt wird, ist ungewiss.

Foto: Franz-Heinrich Busch

Noch ist die Tagesordnung nicht fertig für die erste Sitzung des neu eingerichteten Arbeitskreises Viersener Kurve. Der tritt am 28. Mai erstmals zusammen und tagt, das ist neu in Viersen, öffentlich. Die Bürger sind willkommen. Sicher ist schon, dass sich die Mitglieder des Arbeitskreises mit einem Vorschlag der Stadtverwaltung auseinandersetzen werden. Sie schlägt vor, dass die Stadt Viersen ein Bündnis mit anderen Kommunen eingeht, um die Viersener Kurve zu verhindern.

Bei der "Viersener Kurve" handelt es sich um eine geplante Verbindung zwischen der Bahnstrecke Viersen-Venlo mit der Bahnstrecke Duisburg-Ruhrort-Mönchengladbach, die mitten durchs Rahser führen würde. Stadt und Kreis Viersen lehnen diese Trassenführung ab. In einer Fußnote des Bundesverkehrswegeplans 2030 ist festgehalten, dass auch eine "stadtverträgliche umfahrende Alternative" zur "Viersener Kurve" geprüft werden muss. Deren Kosten dürften allerdings deutlich höher liegen. Aktuell gibt es Überlegungen, die Alternativtrasse zur Güterzugstrecke "Eiserner Rhein" über Viersen zu führen; dabei würde die Viersener Kurve eine wichtige Rolle spielen.

Für das Bundesverkehrsministerium ist die "Viersener Kurve" denn auch die Voraussetzung für den zweigleisigen Ausbau der Strecke Dülken-Kaldenkirchen. "Nur in der Verbindung der Verkehrszwecke des grenzüberschreitenden Personennahverkehrs und des Güterverkehrs in der Verbindung Rotterdam/Antwerpen-Ruhrgebiet entsteht eine Chance für den Ausbau der Strecke Kaldenkirchen-Dülken", heißt es in einem Schreiben von Enak Ferlemann, Staatssekretär im Verkehrsministerium, an Viersens Bürgermeisterin. Im Klartext: Ohne Kurve auch keine ICE-Anbindung Viersens an Düsseldorf und Eindhoven. Ferlemann beruhigt: "Für die Stadt Viersen bringen die Ausbauten in jedem Fall den Vorteil einer Lärmvorsorge nach dem aktuellen Stand der Technik."

Genauere Ausführungen, wo in Viersen genau das Ministerium die Kurve kriegen will, macht der Staatssekretär nicht. Die Fragen einer konkreten Streckenführung würden im Laufe der Planungen geklärt, eine stadtverträgliche Vorzugslösung werde ermittelt, so Ferlemann in dem Schreiben.

Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer (CDU) sieht das kritisch: "Ich teile die Position der Stadt Viersen, wonach der sinnvolle zweigleisige Ausbau abgekoppelt werden muss von der sogenannten Viersener Kurve."

(mrö)
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