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Viersen: Wie katholische Kitas sexuellem Missbrauch vorbeugen wollen

„Starke Kinder Kiste“ in Viersen : Wie katholische Kitas sexuellem Missbrauch vorbeugen

Mithilfe einer roten Schatzkiste können Kinder spielerisch Grundsätze erlernen, die sie vor Missbrauch schützen sollen. Auch Schulungen für die Kita-Fachkräfte sind Teil des Konzepts „Starke Kinder Kiste“. Was genau hinter dem Präventionsprogramm der Deutschen Kinderschutzstiftung steckt.

Rote Schatzkisten zum Schutz vor sexuellem Missbrauch: Auch die Kindertagesstätten der Kirchengemeinde St. Remigius in Viersen beteiligen sich künftig an dem bundesweiten Präventionsprogramm „Starke Kinder Kiste“ der Deutschen Kinderschutzstiftung „Hänsel+Gretel“. Gefördert wird die Anschaffung vom Bistum Aachen. Die neun Einrichtungen des kirchlichen Trägers St. Remigius in Viersen sind eine der ersten im Bistum, die mit einer Kiste ausgestattet werden. Jungen und Mädchen können damit den eigenen Körper entdecken können, sprachfähig werden und lernen, den eigenen Grenzen und Gefühlen zu vertrauen.

„Wir wollen und müssen uns mit dem Thema des sexuellen Missbrauchs befassen“, sagt Iris Oster-Pergens, Leiterin der katholischen Kita St. Josef in Viersen. „Das ist in der Praxis oft schwierig. Man weiß nicht, wie man sich dem Thema annähern, wie man Grundsätze vermitteln kann.“ Die „Starke Kinder Kiste“ würde eine tolle Möglichkeit bieten, damit Kinder eine Sprachfähigkeit für ihren Körper und ihre Bedürfnisse entwickelten. Oster-Pergens ist begeistert von dem Konzept, das auch die Fachkräfte und Eltern miteinbezieht. Ebenso angetan ist das Bistum Aachen, das die Anschaffung von 20 Kisten im Wert von 42.000 Euro zur Hälfte fördert. „Uns hat besonders überzeugt, dass wir über die ‚Starke Kinder Kiste’ alle wichtigen Akteure erreichen können. So hat jeder die Chance, unsere Kinder und damit das Wichtigste, was wir haben, stark zu machen“, sagt Almuth Grüner, Präventionsbeauftragte beim Bistum Aachen.

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Jerome Braun, Geschäftsführer der Deutschen Kinderschutzstiftung, erklärt: „Die ‚Starke Kinder Kiste’ und das dahinterstehende Präventionsprogramm ermöglichen den Kita-Fachkräften mit den Kindern zusammen die wichtigen Prinzipien zur Vorbeugung von sexuellem Missbrauch spielerisch zu erlernen“, so der Initiator des Projekts. „Das geht anhand verschiedener Bausteine.“ Zur Ausstattung der „Starke Kinder Kisten“ gehörten so beispielsweise ein Megafon, symbolisch für den Grundsatz „Hilfe holen“. Auch eine Handpuppe, ein Stoppschild und Bücher sind enthalten. Mithilfe einer Magnet-Tafel, auf der eine Person gezeichnet ist, können Kinder lernen, ein Gefühl für ihren Körper zu entwickeln, indem sie Stellen markieren, an denen sie gerne und nicht gerne berührt werden möchten. „Der ‚Geheimnissack’ symbolisiert die Last eines schlechten Geheimnisses. Den Sack haben wir extra schwer gemacht, damit die Kinder ihn nicht leicht tragen können“, erklärt Braun.

Derzeit seien bundesweit rund 200 „Starke Kinder Kisten“ im Einsatz. Ziel der der Deutschen Kinderschutzstiftung ist, die Kiste in 5000 Kitas zu bringen und damit eine halbe Million Kinder zu erreichen.