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Viersen Weihnachtshaus: 130.000 LED leuchten wieder

Advent in Viersen : Das Weihnachtshaus leuchtet wieder

Rund 130.000 LED lassen nicht nur Kinderaugen strahlen. Die Familien Ohlenforst und David haben erneut die Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet und laden für den guten Zweck zum Glühwein trinken ein.

Schon von Weitem strahlt es wie ein heller Fleck in den Nachthimmel. Eigentlich reicht es, dem warmweißen Lichtschein zu folgen, wenn man das Lichterhaus an der Hardter Straße 258 und 260 in Bockert finden will. Es fehlt eigentlich nur der Schnee, um das Ganze perfekt zu machen. Da steht der mehr als lebensgroße leuchtende Elch im Vorgarten, der hinter sich eine vierrädrige, weihnachtlich geschmückte Kutsche zieht.

Der danebenstehende Baum ist mit unzähligen roten Schleifen geschmückt und gleich mehrere Nikoläuse sind inmitten von beleuchteten Weihnachtpaketen, Rentieren und Tannenbäumen zu finden. Tannengrüngirlanden rahmen die Haustüren ein, Schneeflocken pappen an der Garagenwand und die obligatorische Leiter für den Mann mit der roten Mütze fehlt ebenfalls nicht. Auf den beiden Dächern der Doppelhaushälfte steht der illuminierte Tannenbaum und leuchten die Sterne. Geschmunzelt werden darf auch, denn ein Nikolaus hat die Anreise mit Skiern probiert und ist im buschigen Vorgartengrün gelandet. Dazu Lichterglanz, soweit das Auge reicht.

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„Wir haben in diesem Jahr 130.000 LEDs an den Start gebracht“, sagt Walter Ohlenforst, der zusammen mit der benachbarten Familie David für die illuminierte Weihnachtsdekoration der beiden Häuser sorgt. Im vergangenen Jahr waren es 88.000 LEDs. Ohlenforst und David haben auch die Deko verändert. Doch an der Hardter Straße erfreuen die beiden Familien die Menschen nicht nur mit den geschmückten Häusern. Sie tun gleichzeitig Gutes.

 Die Macher des Bockerter Lichterhauses: Walter und Zeliha Ohlenforst sowie Jürgen und Sandra David (von links).
Die Macher des Bockerter Lichterhauses: Walter und Zeliha Ohlenforst sowie Jürgen und Sandra David (von links). Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Im nunmehr vierten Jahr sammeln sie Geld für den guten Zweck, und in diesem Jahr ist auch der Glühwein-Ausschank wieder an den Start gegangen. An vier Tagen die Woche können die Besucher nicht nur das Lichterhaus bestaunen, sondern sie können sich mit einem heißen Getränk sozial einbringen. Der Erlös der Getränke, ob Glühwein, Kinderpunsch oder Kakao mit und ohne Schuss, ist für hilfsbedürftige Menschen in Viersen gedacht. Im vergangenen Jahr konnten, obwohl der Glühweinausschank pandemiebedingt fehlte, 4665 Euro für gleich zwei soziale Zwecke überreicht werden. Zum einen erhielten die Obdachlosen in Viersen Unterstützung und zum anderen das Jugendzentrum Blaues Haus im Robend. Dort wurden sieben Laptops und ein Drucker angeschafft, um Kindern eine entsprechende schulische Teilnahme zu ermöglichen.

Der Ursprung des mittlerweile schon zur Tradition gewordenen Lichterhauses liegt in einem kleinen Wettstreit zwischen Ohlenforst und David. Jede Familie beleuchtete ihre Doppelhaushälfte zu Weihnachten. „Dann hatten wir etwas mehr an Deko und Licht, dann die Nachbarn. Irgendwann kam uns die Idee, uns zusammenzutun“, erinnert sich Ohlenforst. Das Lichterhaus war entstanden. Durch Besucher, die klingelten, sich für den Lichtblick und die Freude, die sie immer an der Illuminierung haben, bedankten und sich am Stromgeld beteiligen wollten, kam den beiden Familie die Idee, an ihr Lichterhaus einen sozialen Aspekt zu knüpfen. Vor vier Jahren ging es so los. 3200 Euro kamen für Lichtblicke zusammen.

Dann entschieden Ohlenforst und David, dass sie das Geld Menschen in ihrer Heimatstadt zukommen lassen wollten. Im zweiten Jahr konnte sich das DRK Viersen über 4080 Euro freuen. Mit dem Geld kauften sie eine mobile Küche, mit der sie seitdem bei Großeinsätzen von Feuerwehr und Co für die Verpflegung sorgen. „Das DRK steht auch bei uns am Lichterhaus und verkauft Bratwürste zum Glühwein“, sagt Ohlenforst. Ein weiteres Highlight ist das Tambour-Corps Viersen, das nicht nur spendet, sondern auch gratis musiziert.