Kultur in Viersen Was sich beim Jazzfestival ändert

Viersen · Das nächste Jazzfestival wird in diesem Jahr stattfinden, die Planungen laufen bereits. Danach ist aber ein Jahr Pause – zugunsten des Kulturfestivals „Sommerbühne“. Das entschied der Kulturausschuss.

Das über Viersen hinaus bekannte „Internationale Jazzfestival“ (hier Clueso 2023) wird ab 2024 nicht mehr jedes Jahr stattfinden.

Das über Viersen hinaus bekannte „Internationale Jazzfestival“ (hier Clueso 2023) wird ab 2024 nicht mehr jedes Jahr stattfinden.

Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

Die Kulturpolitiker in Viersen haben im Kulturausschuss am Dienstag eine grundsätzliche Änderung zum Jazzfestival beschlossen. Die Veranstaltung, die Viersen seit der Premiere und seit 1987 über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht hat, wird nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Das nächste Festival plant die Verwaltung für das laufende Jahr; die Vorbereitung dazu würden bereits laufen.

Vor der Entscheidung gab es eine Diskussion, bei der unterschiedliche Auffassungen dazu aufeinanderprallten, wie das Kulturangebot in Viersen in Zukunft ausgerichtet sein solle. Für die FDP wollte Frank a Campo am Jazzfestival festhalten; ein Verzicht auf den jährlichen Rhythmus würde Viersen schweren Schaden zufügen. Er warf Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) „Heuchelei“ vor, weil sie in ihrer Neujahrsansprache gesagt habe: Das Jazzfestival gehört zu Viersen. Anders als die Sommerbühne am Hohen Busch habe das Jazzfestival Viersen deutschlandweit bekannt gemacht. Es sei ein wichtiger weicher Standortfaktor.

Die jetzt getroffene Entscheidung, das Jazzfestival und die Sommerbühne im jährlichen Wechsel zu veranstalten, zeichnete sich bereits vor der Abstimmung im Kulturausschuss ab. Zunächst die SPD, dann auch die CDU hatten erklärt, diesem Vorschlag der Verwaltung folgen zu wollen.

Christoph Hopp warb für die CDU in der Sitzung für den Verwaltungsvorschlag. Er wollte nicht die beiden unterschiedlichen Festivals gegeneinander ausspielen. Auch wenn ihm das Jazzfestival lieber sei, sehe er ebenfalls das Interesse an der Sommerbühne, meinte Hopp: „Wir können ja das eine tun, ohne das andere zu lassen.“ Und auch Manuel García Limia betonte für die SPD: „Die Menschen wollen auch die Sommerbühne.“

FDP-Vorsitzender Frank a Campo versuchte, die grundsätzliche Entscheidung zum Aus des jährlichen Jazzfestivals, wenn nicht zu verhindern, so sie wenigstens zu verschieben. Sein Argument für eine Vertagung der Abstimmung: Der Organisator der Festivals „Da ist was im Busch“, bei dem sich die Stadt mit der „Sommerbühne“ einmietet, geht für die Zukunft von deutlich steigenden Kosten aus, etwa für Personal.

Frank a Campo befürchtete deshalb, dass das gesamte Sommerbühnen-Konzept im Jahr 2025 nicht mehr funktionieren könne, wenn mehr Geld für Technik und Personal ausgegeben werden müsse und deshalb das Budget für Künstler immer mehr schrumpfe. „Dann haben wir nicht nur kein Jazzfestival, sondern auch keine Sommerbühne“, meinte er. Der FDP-Vorsitzende schlug stattdessen vor, die Entscheidung zu vertagen, bis eine valide Kostenschätzung vorliege. Das wurde gegen die Stimmen der FDP abgelehnt.

Warum die Verwaltung vorgeschlagen hatte, auf ein jährliches Jazzfestival zu verzichten: Es wird zu teuer. Für die SPD erläuterte Manuel García Limia den Zuschussbedarf: Der liege beim Jazzfestival bei 35 Euro pro Ticket, bei der Sommerbühne aber nur bei zwölf Euro.

Auch, dass das Jazzfestival auf einer Vorschlagsliste für den Deutschen Jazzpreis als eines der deutschlandweit besten Festivals des Jahres stehe, wie Frank a Campo hervorhob, änderte die mehrheitliche Einschätzung nicht. Da die Stadt Viersen sich Jahr für Jahr Jazz nicht mehr leisten könne, wurden daraus die Konsequenzen gezogen. „Wie wollen Sie, falls Viersen ausgezeichnet wird, bei der Preisvergabe erklären, dass das Jazzfestival 2025 ausfällt?“, fragte a Campo. Darauf entgegnete Manuel García Limia: Er mache Kulturpolitik für die Bürger in Viersen. Und die würden beide Veranstaltungen wollen.

Mit Blick auf die Kostenplanung will die Verwaltung nun den Jahresetat für das internationale Jazzfestival abwechselnd dafür und für die Sommerbühne nutzen. Dabei sollen die Ausgaben für die Sommerbühne ab 2025 nicht höher sein, als es der Haushaltsansatz für das Jazzfestival vorsieht.

(busch-)
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