Viersen: Von den Bergen auf die Konzertbühne

Jazzfestival Viersen : Von den Bergen auf die Konzertbühne

Einen wundervollen Start bescherte die Schweizer Musikerin Eliana Burki mit ihrem Trio. „Funky Swiss Alphorn“ nannte sie ihr Programm, und in der Tat funktionierte der Transfer des Alphorns aus den Bergen in den Konzertsaal.

Ihre Musik ist weder folkloristisch noch esoterisch: Sie groovt und macht gute Laune. Allein der Klang ist ungewöhnlich: Ihr Spiel hat eine Klangfülle wie bei den Blechblasinstrumenten, aber eine Weichheit wie bei den Holzblasinstrumenten. Schon mit sechs Jahren hat sie das Alphornspiel gelernt. Heute, mit 36, ist sie Botschafterin dieses archaischen Instrumentes. Burki ist aber nicht in der Tradition stehen geblieben und hat nur das Genre gewechselt. Zusammen mit dem texanischen Instrumentenbauer Jim Patterson hat sie ein Alphorn aus Carbon entwickelt oder hat dem traditionellen Alphorn das Rohr und die Ventile einer Trompete aufgesetzt. Das „alte“ Alphorn hat ja keine Löcher wie eine Flöte und keine Ventile wie ein Horn oder eine Trompete, sie wird mit dem Mundstück gespielt – mit Atemkraft und Lippenspannung. Aber so lassen sich nur Naturtöne und keine komplette Tonleiter spielen. Burki sprengt die Fesseln ihres Instrumentes und entlockt ihm neue Töne. Am meisten hat sie selber Spaß, wenn sie ihr „Alphorn-Saxophon“ einsetzt, ein echtes Alphorn, gekrümmt in der Form eines Tenorsaxophons, das aber wie ein echtes 3,60 Meter langes Alphorn klingt.

Zu ihrem Trio gehören der Gitarrist Christian Winiker und am Schlagzeug Jwan Steiner. Und Eliana Burki spielt nicht nur Alphörner verschiedenster Form, sondern singt auch dazu.

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