Viersen-Süchteln: Neuer Besitzer für Restaurant und Hotel Hindenburg gesucht

Gastronomie in Viersen : Hindenburg soll verkauft werden

Die Eigentümer möchten nicht mehr verpachten, sie suchen einen Nachfolger. Und der soll auch schon so gut wie gefunden sein.

Seit rund drei Monaten bleibt der Parkplatz am Restaurant und Hotel Hindenburg leer, steht kein Koch mehr in der Küche und bereitet italienische Spezialitäten zu: Der Betrieb an der Hindenburgstraße 65 in Süchteln ist dauerhaft geschlossen. Und das, obwohl der Laden lief. „Eigentlich bis zuletzt“, sagt Hans-Wilhelm Janissen, Miteigentümer des Gebäudes. Doch der Pächter habe gesundheitliche Probleme gehabt, alles sei wohl einfach zu viel geworden – Janissen möchte nicht näher ins Detail gehen. Jetzt suchen die anderen drei Miteigentümer und er aber nicht etwa nach einem neuen Pächter: Sie möchten die Hindenburg verkaufen.

Auf der Internetseite eines Immobilienmaklers aus der Region wird das Objekt beworben als „einmalige Chance“ zum Preis von 849.000 Euro. Und es scheint so, als hätte ein Gastronom die Chance bereits für sich genutzt: „Wir sind gerade mit jemandem im Gespräch“, sagt Janissen.

Seit August 2007 ist Janissen Miteigentümer der Villa. Einst habe darin ein General gewohnt, erzählt er. Später nutzte ein Schreibmaschinen-Hersteller das Gebäude, bevor es zum Restaurant mit angeschlossenem Hotel mit neun Zimmern wurde. „Wir hatten bis 2015 drei Pächter, die alle nicht zurecht gekommen sind“, sagt Janissen. „Wahrscheinlich war das Objekt einfach zu groß für sie.“ 2008 gab es da etwa einen Pächterwechsel, nachdem von Insolvenzverschleppung des Vorgängers die Rede gewesen war. „Wir waren gezwungen, die Geschäftsführung auszuwechseln, sie war nicht mehr tragbar“, sagte Janissen damals. Dann kam der vierte Pächter, ein Italiener, „und dann lief alles bilderbuchartig“.

Er sei schon oft von Süchtelnern auf die Hindenburg angesprochen worden, seitdem jetzt geschlossen ist, erzählt Janissen. „Das tut den Süchtelnern schon weh. Viele haben mir gesagt, wie schade sie das finden“, ergänzt er. Der Pächter sei sehr beliebt gewesen, „auch ich mochte ihn sehr“. Doch es gibt kein Zurück mehr: „Wir verkaufen jetzt.“

Auf der Internetseite des Immoblilienmaklers wird die zentrale Lage des Objektes nahe der Autobahnen A 61 und 52 sowie der Süchtelner Fußgängerzone hervorgehoben. Geworben wird auch mit dem guten Ruf, der mit dem gastronomischen Betrieb verbunden sei, attraktiven Räumlichkeiten und einem Biergarten auf insgesamt 683 Quadratmeter Fläche. Acht Interessenten hätten sich bisher gemeldet, berichtet Janissen. „Da war sogar ein Süchtelner bei.“ Ein Neusser, ein Düsseldorfer und ein Frankfurter kontaktierten die Verkäufer, außerdem ein Verein, der sich eine Nutzung abseits der Gastronomie vorstellen könnte. Aktuell liefen Gespräche mit einem Gastronomen, der einen Betrieb in Mönchengladbach und einen in Krefeld habe: „Er bietet niveauvolle mediterrane Küche“, sagt Janissen. „Das würde natürlich passen.“