Viersen: „Süchteln brennt“-Festival im Süchtelner Josefshaus

Konzert in Süchteln : „Süchteln brennt“ – einfach „Weltkulturerbe“

Das wichtige Musikereignis zum Jahresbeginn: Der Saal im Süchtelner Josefshaus war wieder ausverkauft.

Es ist mittlerweile liebgewonnene Tradition: Beim „Süchteln brennt“-Festival im Süchtelner Josefshaus zelebrierte die Viersener Rockgemeinde einmal mehr einen furiosen Jahresauftakt der Konzert- und Festivalsaison. Natürlich waren sie alle wieder da: der Tappi, die Sandra und der Wim, die Saori und der Jürgen, Gitarrendoktor Timo mit seinem Acoustic-Delight-Spezi Achim, der (Ton-)Max mit seiner schwarz gewandeten Gang, die Fotografenschar sowie, nicht zu vergessen, das Süchteln-brennt-Team um Organisator Markus Heines.

Im wie stets ausverkauften großen Saal tummelte sich ein bunt gemischtes und maximal feierfreudiges buntes Völkchen junger und jung gebliebener Menschen von 16 bis 60 – bereit, die Musikschaffenden gebührend zu bejubeln.

Während auf der Bühne die Heinsberger Band Ghoster mit Frontfrau Jenny die schwermetallisch abgeschmeckte Alternative-Rock-Vorspeise kredenzte, sinnierte backstage Kapelle-Petra-Frontmann Guido „Opa“ Scholz über das besondere Verhältnis der westfälischen Indie-Rocker zu Viersen und dem Niederrhein: „Als Gladbach-Fan fühle ich mich der Region sowieso verbunden. Aber seit wir 2008 zum ersten Mal auf dem Eier mit Speck Festival (EmS) waren und dort sensationell herzlich aufgenommen wurden, kommen wir immer wieder besonders gerne hierher. Derart liebevoll organisierte und dabei über viele Jahre erfolgreiche Events wie das Süchteln brennt oder das EmS sind heutzutage immer seltener zu finden und ein echtes Alleinstellungsmerkmal.“

Drinnen im Saal hat der musikalische Wind derweil von Metal auf Breakbeats gedreht. Die Scruffyheads brennen ein extrem tanzbares Ska-, und Reggae-Feuerwerk ab. Im Nu verwandelt sich das Josefshaus in eine brodelnde Partyzone. In der nachfolgenden Umbaupause bekennen sich zwei Viersenerinnen zum Rock-Standort Viersen. Hannah (28), die zum fünften Mal hier ist, hat erstmals ihre Freundin Kathrin (27) mitgebracht. Sie sagt: „Die Karten habe ich blind gekauft, obwohl ich die meisten Bands gar nicht kenne. Ich wusste, dass es auf jeden Fall gut wird.“

SŸchteln brennt: die Band: Scruffyheads auf der BŸhne im Josefshaus. Foto: Knappe, Joerg (jkn)

Mit Kapelle Petra verbindet die vorletzte Band des Abends, Elfmorgen, eine langjährige Bandfreundschaft. Beide Formationen genießen in Viersen Kultstatus nach umjubelten EmS-Auftritten. Für sie ist Süchteln brennt ein Heimspiel, und so kennt das Tanzen und Springen beim Auftritt von Elfmorgen kein Halten mehr. Das setzt sich nahtlos fort, als Kapelle Petra die Bühne entern. Verbrüderungsszenen, Polonaise, das Lied vom Weltkulturerbe, ursprünglich gemünzt auf Kapelle-Drummer Markus „Ficken“ Schmidt, wird aus hunderten Kehlen mitgesungen und alle sind sich einig: Süchteln brennt ist Weltkulturerbe.