Viersen sucht zum Stadtjubiläum private Kunstschätze

Kultur in Viersen : Stadt sucht private Kunstschätze

Die Galerie im Park feiert das Stadtjubiläum „50 Jahre Viersen“ mit einer besonderen Ausstellung: Ab 2. Februar 2020 zeigt sie 50 Kunstobjekte aus 50 Viersener Haushalten. Privatleute können sich jetzt mit „ihren Schätzen“ bewerben.

Eine Arbeit des amerikanischen Bildhauers Mark di Suvero, Bilder des früh gestorbenen Süchtelner Künstlers Hermann Schmitz und des Expressionisten Gert Wollheim, ein Werk des deutschen Bildhauers Gernot Rumpf –– so einige Schätze hat Jutta Pitzen, Leiterin der Galerie, bereits gesichtet.

Seit einigen Wochen können sich Bürger mit ihren privaten Kunstschätzen für die Städtische Galerie bewerben. Mit dem Aufruf „Platz für Ihren Schatz“ ruft die Stadt alle Viersener auf, sich für die Ausstellung „Viersener Schatzkammer“ ab 2. Februar 2020 zu bewerben. Die Galerie feiert mit der Ausstellung das Stadtjubiläum „50 Jahre Viersen“. Mit der kommunalen Neugliederung wurde am 1. Januar 1970 die „neue“ Stadt gegründet: Alt-Viersen, Dülken, Süchteln und Boisheim wurden darin zusammengeschlossen.

„Es sind sehr unterschiedliche Werke an uns herangetragen worden. Eine bunte Mischung. Schön ist, dass alle Kunstrichtungen vertreten sind. Wir haben Bilder, Grafiken, Fotos und Skulpturen“, sagt Pitzen. Alle Schätze sind willkommen. Voraussetzung ist, dass sie aus Privatbesitz kommen werden. Künstler selbst dürfen sich nicht bewerben. Eine Jury mit Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD), Kulturamtsleiterin Petra Barabasch und Kunsthistorikerin Sigrid Blomen-Radermacher wird die Werke im November auswählen.

Entstanden sei die Idee zur Schatzkammer bei einem geselligen Abend im vergangenen Jahr, erzählt Pitzen. „Die Leute der Kulturabteilung saßen mit den Mitgliedern des Fördervereins Festhalle zusammen.“ Vorstandsmitglied Hermann Gerstein erzählte von einer Ausstellung im schleswig-holsteinischen Niebüll. „Das Richard-Haizmann-Museum hatte dort 2015 private Schätze ausgestellt. „Wir fanden die Idee gut und haben sie aufgegriffen““, sagt die Leiterin der Galerie.

Mit der Ausstellung will Pitzen die Galerie gerade auch Bürgern öffnen, die nicht Stammgast im städtischen Ausstellungshaus sind. „Das scheint zu funktionieren. Eine Kindergartenleiterin hat sich zum Beispiel mit der Skulptur eines sitzenden Jungen beworben, die sie zum Abschied von den Eltern eines Kindes geschenkt bekam“, erzählt Pitzen. Unter den Bewerbern seien aber auch Mitglieder der weit verzweigten Künstlerfamilie Schmitz aus Süchteln.

Ein Kunstwerk könne aus den unterschiedlichen Gründen einen Schatz darstellen. „Es kann der materielle Wert sein, der ästhetische Reiz, aber auch die persönliche Geschichte hinter dem Werk“, sagt Pitzen. Eine Frau habe sich mit einem Bild Konrad Schmitz beworben, das die sagenumwobene Kapelle im Johannistal zeigt. Als Kind, so schrieb die Frau, sei sie beim Schlittschuhlaufen genau in diesen Weiher eingebrochen.

Wer sich bewerben möchte, sollte mit einem Foto des Kunstwerks folgende Angaben einreichen: Name des Künstlers, Titel des Werkes, Art, Material und Maße des Kunstwerks, eigener Name, Anschrift, Telefon, E-Mail und gegebenenfalls eine persönliche Geschichte zu dem Schatz.

Mehr von RP ONLINE